Aktuelle Ausgabe GPSPAbonnierenEinzelpersonen Wer wir sindUnabhängige Information zur Gesundheit: Information pur, ohne Werbung. Die Verbraucherzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharma-Dschungel. Karikaturen
Was ist dran an den Behauptungen? Lesen Sie Testosteronmangel?
Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2006/03, S. 5
Müde statt übel? – Mittel gegen ReisekrankheitWährend die einen schon die Anreise zum Urlaubsziel genießen, wird für andere der Weg mit dem Auto, per Bahn, Schiff oder Flugzeug zur Qual: Übelkeit und Schwindel vermiesen den Urlaubsbeginn. Man wird blass, kalter Schweiß bricht aus und man muss sich vielleicht sogar übergeben. Das sind typische Zeichen einer Reisekrankheit.
Wirksam und preiswert ist das Antihistaminikum Diphenhydramin (Emesan®), das bereits seit mehr als 50 Jahren gegen Reiseübelkeit angeboten wird. Die meisten der rezeptfreien Mittel gegen Reisekrankheit enthalten jedoch Dimenhydrinat. Dabei handelt es sich um eine Verbindung aus dem Antihistaminikum Diphenhydramin und Chlortheophyllin. Die zweite Substanz ist mit dem Koffein verwandt und hat keinen Einfluss auf die Reisekrankheit. Theoretisch könnte sie die müde machende Wirkung des Antihistaminikums mindern. In der Praxis klappt dies allerdings nicht: Chlortheophyllin wirkt hierfür zu wenig stimulierend, ist also überflüssig und verteuert die Produkte. Obwohl Präparate mit Dimenhydrinat wegen des Gehaltes an Diphenhydramin wirksam sind, stufen wir sie daher als ungünstigere Wahl ein. Zwei Tabletten mit je 50 mg Dimenhydrinat enthalten in etwa die gleiche Menge des Wirkstoffes Diphenhydramin wie eine 50 mg Tablette Emesan®. Der Nutzen des bisweilen propagierten Ingwerpulvers (Zintona®) zur Vorbeugung einer Reisekrankheit ist unzureichend gesichert. Weitere Studien sind erforderlich. Andere Präparate wie beispielsweise Scopolamin-haltige Pflaster (Scopoderm® TTS) sind wegen möglicher Nebenwirkungen wie Halluzinationen und Verwirrtheit verschreibungspflichtig. Das Pflaster bleibt zwar drei Tage lang wirksam, kann jedoch, wenn es nach Ende der Hin- oder Rückreise entfernt wird, Reisekrankheit-ähnliche Symptome auslösen.
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