Aktuelle Ausgabe GPSPAbonnierenEinzelpersonen Wer wir sindUnabhängige Information zur Gesundheit: Information pur, ohne Werbung. Die Verbraucherzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharma-Dschungel. KarikaturenWas ist dran an den Behauptungen? Lesen Sie Rundum befragt - rundum betreut
Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2006/03, S. 6
Was Sie tun können – Was Sie tun solltenSchlecht hören und trotzdem verstehenWenn das Gehör nicht mehr hundertprozentig funktioniert und Sie im Gespräch häufiger nachfragen müssen, fühlen Sie sich sicher unwohl. Andere schlecht zu verstehen, belastet das ungezwungene Miteinander und auch die Psyche. Aber es gibt technische und strategische Hilfen, damit Sie besser zurecht kommen, wenn Ihr Hörvermögen nachlässt.
Altersbegleitende HörminderungDie meisten Menschen, die schlecht hören, haben allerdings ein ganz anderes Problem: Ihre Hör-Sinneszellen in der Schnecke sind nicht mehr empfindlich genug. Vor allem lauter Schall – offenbar aber auch Stress, Nikotin und andere schädliche Substanzen (darunter einige Arzneimittel, siehe Kasten) – greifen die filigranen Strukturen in der nur erbsengroßen Schnecke an und zerstören sie. Der Schall wird dann zwar noch zum Innenohr geleitet, aber wenn dort ein Teil der Sinneszellen geschädigt ist, werden bestimmte Frequenzen nicht mehr gehört.
Erste AnzeichenErste Anzeichen eines nachlassenden Hörvermögens kündigen sich meist schon im fünften Lebensjahrzehnt an. Oft ist man selbst nicht der Erste, der darauf aufmerksam wird, sondern die anderen stellen fest, dass man den Fernseher „sooo laut“ aufgedreht hat. Oder man bemerkt selbst Verständigungsprobleme, beispielsweise in einem etwas lauteren Lokal. Leider lassen sich Hörminderungen, die auf den Ausfall von Hör-Sinneszellen zurückgehen, nicht durch ein Medikament oder einen operativen Eingriff verbessern. Die zerstörten Zellen regenerieren sich auch nicht wieder von selbst. Es hilft nur eins: Hörgeräte. Diese gibt es in unzähligen Varianten, klein, groß, farbig, verziert und mit allerlei High-Tech-Funktionen. Das Funktionsprinzip ist einfach: Die winzigen Mikrofone von Hörgeräten nehmen den Schall auf und verstärken insbesondere die Frequenzen, die Sie nicht mehr gut hören.
Wer die Wahl hatDie richtigen Geräte auszuwählen, ist das Hauptproblem, denn Sie müssen
Umstellung auf das neue Hören: Wo liegen Probleme?Mit neuen Hörgeräten hören Sie plötzlich mehr als zuvor – und das kann verwirren. Denn in der Regel leben Sie schon einige Zeit mit einem Hördefizit und haben sich an den Mangel gewöhnt. Nun nehmen Sie beispielsweise höhere Frequenzen wieder wahr – meistens sind es Hör-Sinneszellen für hohe Töne, die als erste ausfallen – und der intensivere Schalleindruck ist Ihnen fremd.
Hörstrategien im AlltagGrundsätzlich sollten Sie für gute Sicht sorgen, denn wenn Sie schlecht hören, übernehmen die Augen Zusatzaufgaben. Und das nicht nur im Straßenverkehr. In Gesprächen lesen Sie viele Laute von den Mundbewegungen ab. Dieses „Absehen“ kann man in der Audiotherapie sogar trainieren (Adressen unter Deutscher Schwerhörigenbund). Also: Eine gute Brille, Kontaktlinsen oder bei Bedarf eine Operation am Grauen Star können auch dazu beitragen, mit Hörproblemen besser zurecht zu kommen. Lassen Sie Ihre Umgebung wissen, dass Sie andere nicht verstehen, wenn diese zu weit entfernt oder in einem anderen Zimmer sind. Es ist meist günstig, dem Gesprächspartner gegenüber zu sitzen, zumal die Mikrofone von Hörgeräten vor allem nach vorn ausgerichtet sind. Vermindern Sie störende Umweltgeräusche. Hörgeräte können in der Regel nicht zwischen wichtiger Information und Störung unterscheiden. Infolgedessen wird beides verstärkt. Wenn Sie sich unterhalten, sollte im Hintergrund kein Fernseher oder Haushaltsgerät (z.B. Spülmaschine) laufen. Ungünstig sind auch hallende Räume. Sie erschweren manchmal auch die Kommunikation in Kliniken oder Arztpraxen. Machen Sie Ihre Therapeuten darauf aufmerksam, wenn Sie sie nicht gut verstehen können. Studien haben gezeigt, dass selbst die Diagnose vom Patienten oft nicht richtig gehört wird.1 Bei Restaurantbesuchen sollten Sie berücksichtigen, dass Hintergrundmusik für Sie störend ist. Ein Tisch am Rand und ein Platz mit dem Rücken zur Wand sind am günstigsten. Vor allem sollten Sie nicht zögern, anderen mitzuteilen, dass Sie nicht so gut hören. Das entlastet, und Sie können Ihrem Gesprächspartner auch besser erklären, was Ihnen das Verstehen erleichtert. TippsHörtests
Quelle
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