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Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2006/01, S. 7


Medikamente gegen Herzschwäche

ACE-Hemmer (z.B. Enalapril, Lisinopril, Ramipril) gehören zu den wichtigsten Medikamenten zur Behandlung der Herzschwäche. Sie blockieren die Produktion schädlicher Kreislauf-Hormone, senken den Blutdruck, entlasten das Herz, vermindern die Zahl der Komplikationen und verlängern das Leben von herzkranken Patienten. Die Nierenwerte und Blutsalze sollten regelmäßig überwacht werden. Als Nebenwirkung tritt bei 5-10% der Patienten ein trockener Reizhusten auf.

Angiotensin-II-Rezeptorblocker (z.B. Candesartan, Valsartan) können, ähnlich wie ACE-Hemmer, die Herzleistung verbessern. Diese teuren Mittel kommen bei Unverträglichkeit von ACE-Hemmern in Frage.

Betablocker (z.B. Metoprolol, Bisoprolol, Carvedilol), die ebenfalls zu den bevorzugten Arzneimitteln bei Herz­schwäche gehören, schützen das Herz vor Stresshormonen und senken den Puls. Sie können unter strenger ärztlicher Überwachung, ähnlich wie ACE-Hemmer, die Zahl der Komplikationen verringern und das Leben bei Herzschwäche verlängern. Als Neben­wirkungen können allerdings asthmatische Beschwerden auftreten und bei einem von hundert Männern Potenzstörungen.

Diuretika (z.B. Hydrochlorothiazid, Furosemid, Spironolacton): Diese sogenannten Wassertabletten schwemmen angestautes Wasser und Salze aus und senken den Blutdruck. Das entlastet das Herz. Je nach Dosis und Wirkdauer des verwendeten Mittels sind die Urinausscheidung und der Harndrang unterschiedlich. Regelmäßige Blutentnahmen sind erforderlich, um zu niedrige oder zu hohe Konzentrationen von Salzen im Blut erkennen zu können.

Digitalis (z.B. Digitoxin, Digoxin): Diese auch Herzglykoside genannten Mittel haben heute an Bedeutung verloren. Sie wirken vor allem bei zu schnellem und unregelmäßigem Puls positiv auf die Pumpleistung des Herzmuskels. Der Digitalisspiegel im Blut verändert sich bei Leber- und Nierenschäden und bedarf regelmäßiger Kontrollmessungen.

 

Operationen bei Herzschwäche

Im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung können verengte Herzkranzgefäße mit einem Ballon aufgedehnt und einem feinen röhrenförmigen Metallgitter (Stent) offengehalten werden.

Eine Bypassoperation kommt in Frage, wenn der Herzmuskel schlecht durchblutetet ist, weil Blutgefäße, die ihn versorgen (die so genannten Herzkranzgefäße), stark verengt sind und mit einer Aufweitung der Herzkranzgefäße durch einen Ballonkatheter nicht geholfen werden kann.

Bei fortgeschrittenen Herzklappenfehlern lässt sich die Herzschwäche oft nur durch eine Herzklappenoperation wirksam behandeln.

In besonderen Situationen kann auch ein spezieller Herz­schrittmacher die Herzschwäche bessern.

Eine Herztransplantation ist die letzte Behandlungsmöglichkeit bei jüngeren Patienten mit schwersten, nicht beherrschbaren Beschwerden.

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