Aktuelle Ausgabe GPSPAbonnierenEinzelpersonen Wer wir sindUnabhängige Information zur Gesundheit: Information pur, ohne Werbung. Die Verbraucherzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen bietet Orientierung im Pharma-Dschungel. KarikaturenWas ist dran an den Behauptungen? Lesen Sie Rundum befragt - rundum betreut
Karikaturen bringen die Sache auf den Punkt, bieten meist einen speziellen Blickwinkel und sie bringen uns oft zum Schmunzeln oder Lachen. Und Lachen ist bekanntlich gesund! Deshalb gibt es in jeder Ausgabe von Gute Pillen – Schlechte Pillen eine Karikatur. Aber Sie finden alle bisher erschienenen auch hier auf unserer Webseite. |
Gute Pillen - Schlechte Pillen: 2006/01, S. 10
Nicht verwendenHaut- und Hämorrhoidenmittel mit dem Wirkstoff BufexamacBufexamac ist ein entzündungshemmender Wirkstoff, der nicht mit Kortison oder kortisonartigen Substanzen chemisch verwandt ist. Als in den 70er Jahren die erste Bufexamac-Creme in den Handel kam, versprach der Hersteller, dass damit eine „Dauertherapie des Ekzems” möglich sei und Kortikoid-Cremes und -Salben eingespart oder abgesetzt werden könnten. Davon kann keine Rede sein. Schon bald erwies sich Bufexamac im Vergleich mit gängigen Kortikoid-Salben, die Hydrokortison oder Triamcinolon enthalten, als schlechter wirksam. Dennoch ist Bufexamac inzwischen in zahlreichen Cremes, Salben und Zäpfchen (z.B. in Hämorrhoiden-Mitteln) enthalten. Bufexamac wird viel verwendet, da es nicht verschreibungspflichtig ist. Bereits seit 20 Jahren ist bekannt, dass Bufexamac allergische Hautreaktionen auslösen kann.a Diese äußern sich beispielsweise durch Rötung und starken Juckreiz. Sie breiten sich häufig stark aus und sind schwer zu behandeln. Selbst wenn mit dem Präparat nur ein kleiner Hautbereich eingecremt wird, können sich die Hautreaktionen über den gesamten Körper erstrecken. Mit Bufexamac-Präparaten werden vor allem Neurodermitis und Ekzeme im Analbereich behandelt. Doch gerade für diese Anwendungen ist das Risiko von Allergien durch Bufexamac besonders hoch.b,c Bei diesen Erkrankungen ist die Haut üblicherweise schon gereizt und geschädigt. So kann Bufexamac leichter die Haut durchdringen, ins Blut gelangen und im Körper verteilt werden. Dann kann es zu den gefürchteten allergischen „Streureaktionen” kommen. Ein weiteres Problem: Die durch Bufexamac ausgelösten Nebenwirkungen werden oft nicht oder erst spät erkannt. Die Beschwerden durch die Nebenwirkungen des Arzneimittels unterscheiden sich kaum von der Krankheit, gegen die das Mittel eigentlich helfen soll. Da man rezeptfreie Präparate generell eher für unbedenklich hält, denken viele Menschen nicht an die Möglichkeit einer Nebenwirkung. Vielmehr vermuten sie, dass sich die Krankheit verschlimmert hat. Statt das Mittel abzusetzen, wird es dann häufiger angewendet! Dies ist einer der wesentlichen Gründe, warum sich Bufexamac-Präparate nicht für die Selbstmedikation eignen.
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