7. Juli 2015

Unabhängige Patienteninformation in Gefahr

© UPD
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Bundesweit können sich Patientinnen und Patienten bei der „Unabhängigen Patientenberatung Deutschland“ (UPD) in 21 regionalen Beratungsstellen und per Telefon neutral über Medikamente, Kassenleistungen und Behandlungen informieren. Dieser gesetzlich zugesicherten unabhängigen Information könnte nun der Boden entzogen werden. Die Beratung wird durch alle Kassen gemeinsam finanziert und derzeit läuft eine Ausschreibung für die Neuvergabe der Beratungsleistungen. Der kommerzielle Anbieter Sanvartis könnte die Patientenberatung nach Paragraph 65b SGB V übernehmen. Sanvartis arbeitet vor allem als Callcenter für Krankenkassen, Pharmaunternehmen und Kliniken. Patientenverbände und Fachorganisationen wie das Netzwerk Evidenzbasierte Medizin äußern sich besorgt über den Interessenkonflikt, falls Sanvartis den Zuschlag bekommt. An der Neutralität bestehen erhebliche Zweifel, denn laut Eigendarstellung von Sanvartis „…erhält jeder Anrufer genau das optimal für ihn passende Angebot. So zielgerichtet und individuell, dass Ihr Kunde es nicht als ‚ungefragte Werbung‘ auffasst, sondern als ‚guten Tipp“, der ihn begeistert.“

Die Unabhängigkeit wahren – das soll jetzt Karl-Josef Laumann, Patientenbeauftragter der Bundesregierung. Er kann ein Veto einlegen, wenn der Spitzenverband der Krankenkassen seine Entscheidung über die Vergabe der Beratungsleistung nicht sachgerecht trifft.


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