6. März 2017

Schlank mit Bockshornklee

Studienlage reicht nicht für eine Empfehlung

gpsp_cartoon_02_17_02
© Thomas Kunz

Bockshornklee wird allerhand Gutes nachgesagt. Die Anwendungsmöglichkeiten scheinen unbegrenzt. So soll dieses Kraut auch bestens für Gewichtsreduktion geeignet sein. Gute Pillen – Schlechte Pillen sieht dafür keine wissenschaftliche Grundlage.

Bockshornklee wird im Mittelmeerraum, in Indien und China angebaut. Besonders geschätzt werden in der dortigen Volksmedizin die Samen dieses Gewürzes. Und auch diverse „Glaubensbekenntnisse“ im Internet bauen auf dieses Gewächs: Es soll zum Beispiel bei Diabetes, Haarausfall und Potenzproblemen helfen.

Auch Appetitlosigkeit ließe sich damit heilen. Wie paradox klingt es dann, dass Firmen damit werben, man könne mit ihren Produkten, die Bockshornklee enthalten, abnehmen. Ist da wirklich was dran? Die aktuelle Forschungslage ist schnell geprüft, denn bislang haben sich nur zwei wissenschaftliche Studien mit diesem Thema beschäftigt. Und auch die boten aufgrund ihrer geringen Zahl an Probanden keine vernünftige Bewertungsgrundlage. Bockshornklee kann daher nicht als „Abnehmmittel“ empfohlen werden. Selbst die angeblich günstige Wirkung auf den Stoffwechsel von Diabetikern lässt sich bislang nicht durch hochwertige Studien nachweisen.

Unerwünschte Wirkungen sind allerdings bekannt. Bockshornklee kann zu Blähungen und Durchfall führen. Manche Menschen reagieren sogar allergisch.

Bereits 2011 hatte die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) die fehlenden vernünftigen Forschungsdaten moniert. Weil Bockshornklee seit Jahrzehnten als heilsames Multitalent vermarktet wird, müssten endlich hochwertige Studien den Erfolg nachweisen – und somit für Verbraucherinnen und Verbraucher auch den Sinn der Geldausgabe rechtfertigen.

Mehr zum Bockshornklee finden Sie im Originalartikel der Ausgabe GPSP 2/2017 unter http://gutepillen-schlechtepillen.de/bockshornklee/



  • Dauerbrenner Blasenentzündung

    Für manche Frauen sind Blasenentzündungen im wahrsten Sinne des Wortes ein Dauerbrenner und extrem lästig.

  • Alkohol in der Schwangerschaft

    Ist ein Gläschen Wein egal? Oder doch besser Null Promille? Empfehlungen zum Alkoholkonsum in der

  • Tripper

    Viele Geschlechtskrankheiten haben dank Aufklärungsmaßnahmen, größerer Akzeptanz von

  • Unter dem Deckmantel der Forschung

    Wenn Patienten in die Forschung zu Arzneimitteln einbezogen werden, ist das an sich eine gute Sache.

  • Besser informiert, besser entscheiden

    Das Paul-Ehrlich-Institut ist die deutsche Kontrollbehörde für Impfstoffe.

  • Der perfide Zwilling

    Der Placebo-Effekt ist in der Medizin schon lange bekannt – und er hat durchaus seine guten Seiten.

GEPANSCHTES

Gepanschtes-Button-B272px

Heft-Archiv


Ausgabe 2018/01




AKTION

AKTION 1000 neue Abonnenten

Spenden

Unsere Informationen gefallen Ihnen?
SpendenWenn Sie Gute Pillen – Schlechte Pillen mit einer Spende unterstützen, hilft uns das, unabhängig und werbefrei zu sein. GPSP ist gemeinnützig. Spenden sind steuerlich absetzbar: Spendenportal.de