26. Juni 2017

Reiseimpfungen

Rechtzeitig prüfen, was nötig ist

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© sharonang/ pixabay.com

Gerade bei Reisen in ferne Länder empfiehlt es sich, möglichst frühzeitig zu erkunden, welche gesundheitlichen Risiken es im Zielland gibt. Dazu sollte man eine persönliche Gesundheitsberatung wahrnehmen und mit einem Arzt oder einer Ärztin auch über notwendige Schutzimpfungen zu sprechen. Bei Tropenreisen empfiehlt sich eine Beratung durch Experten. Gute PillenSchlechte Pillen nennt Erkrankungen in alphabetischer Reihenfolge, für die es eine Schutzimpfung gibt, und erklärt, worauf man dabei achten muss.

Cholera: Eine Impfung ist nur selten empfehlenswert, etwa bei Reisen in bekannte Infektionsgebiete – vor allem für Helfer im Gesundheitsdienst.

Gelbfieber: Im tropischen Afrika und in Südamerika kann es zu Gelbfieberinfektionen kommen. Oft ist die Impfung dort bei Einreise vorgeschrieben – auch bei Grenzübertritten zwischen benachbarten Ländern.
Hepatitis A:
Verunreinigte Lebensmittel und unsauberes Trinkwasser sind die wichtigsten Quellen dieser Infektion.

Hepatitis B: Blut, Sexualkontakt und verunreinigte Spritzen sind bei uns die bekanntesten Infektionsrisiken, eine Übertragung ist jedoch auch durch Körpersekrete per Schmierinfektion möglich. Hepatitis B gehört in Deutschland mittlerweile zu den Standardimpfungen bei Kindern und sollte bei Tropenreisen auf keinen Fall fehlen.

Japanische Enzephalitis: Die Infektion ist in Asien verbreitet und wird durch Mücken übertragen. Die Impfung ist keine Routineimpfung, sondern vor allem bei Aufenthalten in ländlichen Gebieten sinnvoll.
Meningitis:
Die Hirnhautentzündung wird durch Bakterien ausgelöst und ist besonders im „Meningitisgürtel“ Afrikas verbreitet – vom Senegal bis Äthiopien. Je nach Reiseziel werden spezielle Impfstoffe empfohlen.
Tollwut:
Eine Impfung gegen diese Infektion durch Tierbisse wird für Regionen mit hoher Tollwutgefahr empfohlen (z. B. ländliche Gebiete in Indien oder afrikanische Länder – vor allem wegen streunender Hunde).
Typhus:
Hauptursache dieser bakteriellen Infektion ist vor allem mangelnde Hygiene. Eine Impfung wird für die meisten tropischen und subtropischen Länder empfohlen, aber z.B. auch bei Reisen nach Russland und China.

Schwere Nebenwirkungen gibt es bei Reiseimpfungen äußerst selten. Häufig kommt es zu Hautreizungen an der Einstichstelle, oder man fühlt sich zum Beispiel schlapp. Das dauert in der Regel aber nicht mehr als drei Tage.
Wer akut schwer erkrankt ist, sollte empfohlene Impfungen verschieben. Schwangere dürfen niemals mit Lebendimpfstoff geimpft werden – also zum Beispiel nicht gegen Gelbfieber, Masern, Mumps, Röteln oder Windpocken. Manche Menschen reagieren allergisch auf Antibiotika wie Neomycin oder Streptomycin. Für sie könnten bestimmte Impfstoffe mit diesen Zusatzstoffen problematisch sein wie etwa gegen Windpocken. Gleiches gilt bei einer Hühnereiweiß-Allergie: Hier sind Gelbfieber- und Grippe-Impfstoffe tabu.

Kein medizinischer Hinderungsgrund fürs Impfen sind leichte Infekte mit Fieber unter 38,5°C. Auch eine Behandlung mit Cortison in niedriger Dosierung oder in Asthmasprays steht einer Impfung nicht im Wege.
Die gesetzlichen Krankenversicherungen sind verpflichtet, Kosten für Standard­impfungen zu erstatten. Für Reiseschutzimpfungen besteht hingegen prinzipiell kein gesetzlicher Anspruch. Manchmal übernehmen gesetzliche oder private Kassen dennoch solche Schutzimpfungen. Erkundigen Sie sich rechtzeitig bei Ihrer Krankenversicherung, was erstattet wird.

Weitere Informationen zu Reiseimpfungen und Standardimpfungen der Krankenkassen finden Abonnentinnen und Abonnenten im Originalartikel der Ausgabe GPSP 3/2017 unter http://gutepillen-schlechtepillen.de/191526/



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