28. November 2016

Malariagefahr im Ferienparadies

Was vorbeugt und was schützt

Gerade über die Weihnachtsfeiertage sind hierzulande Reisen in die sonnigen Tropen oder Subtropen rund um den Globus begehrt und leicht gebucht. Weniger leicht zu entscheiden ist, ob und mit welchem Medikament eine Malariaprophylaxe nötig ist. Gute Pillen – Schlechte Pillen informiert in seiner aktuellen Ausgabe über verschiedene Arzneistoffe zur Malariavorbeugung. Zudem gibt die Verbraucherzeitschrift Tipps, wie sich die Moskito-Einstichquote mindern lässt, etwa durch geeignete Kleidung.

Jährlich kehren zwischen 500 bis 1.000 Reisende nach Deutschland zurück, die sich mit Malaria infiziert haben. Bis zu sechs von ihnen sterben daran.

Eine Malariaerkrankung offenbart sich manchmal erst nach Wochen oder Monaten. Anfangs wird sie mit ihren zum Beispiel typischen Kopf- und Gliederschmerzen samt Fieber auch als „Erkältung“ missverstanden.

Arzneimittel zur Malariavorbeugung: Wer sich in die Tropen oder Subtropen aufmachen will, muss wissen, ob im Zielland Malaria zu befürchten ist (mehr Infos gibt es zum Beispiel unter www.a-turl.de/?k=usdo). Dann sollten Sie zeitig vor Reisebeginn mit dem Arzt oder der Ärztin klären, welches Prophylaxemittel je nach Erregerart geeignet ist. Bei der Wahl spielen auch mögliche lokale Resistenzen der Erreger eine Rolle. Einige Mittel sind für Last-minute-Reisende geeignet, sie müssen erst ein bis zwei Tage vor Abflug eingenommen werden. Andere brauchen einen Vorlauf von ein bis zwei Wochen. Die Preisunterschiede – berechnet für eine 14-tägige Reise – sind enorm. Sie reichen von 15 Euro bis hin zu gut 130 Euro. Etwas eint sämtliche Mittel: Sie können unerwünschte Wirkungen haben: mal leichte (u.a. Kopfscherzen, Magen-Darm-Störungen) aber auch gravierende bis hin zu heftigen psychischen Störungen.

Gut geeignet ist oft – grade auch für Kurz- oder Last-minute-Reisende – ein Arzneimittel mit zwei Wirkstoffen „Atovaquon + Proguanil“. Es ist allerdings teuer. Der Arzt oder die Ärztin muss hierfür (wie für die anderen Medikamente zur Malariavorbeugung) ein Rezept ausstellen. Schwangere und schwer Nierenkranke dürfen dieses Präparat nicht einnehmen.

GPSP-Tipp: Stichen vorbeugen!

  • Kleidung: Moskitos sind dämmerungs- und nachtaktive Insekten. Bevorzugen Sie daher im Urlaubsland mit Beginn der Dämmerung am besten helle, hautbedeckende Kleidung (auch längere, helle Socken, keine Sneakers-Socken).
  • Unbedeckte Haut: Moskitoabweisende Mittel (Repellents) bieten zusätzlichen Schutz. Die Haut damit einreiben. Das senkt die Stichhäufigkeit. Achtung: Produkte auf Basis ätherischer Öle helfen nicht.
  • Reiseunterkunft: Aufenthaltsräume sollten mit unversehrten Fliegengittern vor den Fenstern und die Betten mit lochfreien Moskitonetzen ausgestattet sein.
  • Insektizid: Bei besonders hoher Malariagefährdung können Sie Ihre Kleidung zusätzlich mit dem Insektizid Permethrin imprägnieren.
  • Dampf machen: Räucherspiralen (Mosquito coils) sollen die Mücken vertreiben können. Wermutstropfen: Sie enthalten bisweilen Stoffe, die auch für Menschen schädlich werden können.

Mehr zum Thema Malaria sowie eine ausführliche Medikamenten-Bewertungstabelle finden Abonnenten und Abonnentinnen im Originalartikel der Ausgabe GPSP 6/2016: http://gutepillen-schlechtepillen.de/malaria-im-gepaeck/



  • Besser informiert, besser entscheiden

    Das Paul-Ehrlich-Institut ist die deutsche Kontrollbehörde für Impfstoffe.

  • Der perfide Zwilling

    Der Placebo-Effekt ist in der Medizin schon lange bekannt – und er hat durchaus seine guten Seiten.

  • Rezeptpflicht nötig

    Für viele Eltern ist es sicher unvorstellbar, ihrem kleinen Kind ein Medikament zu geben, damit es einschläft.

  • Weihnachtswünsche

    Wir wünschen allen GPSP-Leserinnen und Lesern eine schöne Weihnachtszeit und ein gesundes neues Jahr…

  • Antidepressiva und Selbsttötung

    Ging bei der Zulassung von Antidepressiva aus der Wirkstoffgruppe der SSRI alles mit rechten Dingen zu?

  • Pfeiffersches Drüsenfieber

    Wer kennt das nicht: Die Glieder tun weh, der Rachen ist entzündet, und zu allem Übel kommen auch noch Fieber, geschwollene Lymphknoten und womöglich Schmerzen im Hals- und Nackenbereich dazu.

GEPANSCHTES

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