25. Januar 2016

Kein Allheilmittel

Basische Medizin ohne nachweislichen Nutzen – aber mit möglichen Risiken

© Thomas Kunz
© Thomas Kunz

Zu dick? Zu müde? Haarausfall? Ständig Infekte? Glaubt man den Anhängern der basischen Medizin, so soll das an einer „Übersäuerung“ des Körpers liegen. Als Gegenmittel werden eine „basische Ernährung“ und vor allem basische Kuren, Tees und Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Gute PillenSchlechte Pillen ist dieser Theorie auf den Grund gegangen.

Die Argumentation der Basen-Anhänger ist einfach: Eine falsche Ernährung mit „säurebildenden“ Lebensmitteln wie Fleisch, Milch und Käse soll zu einem Überschuss an Säure führen. Zu den angeblich krankmachenden Produkten gehören auch Zucker, Kaffee, Getreideprodukte und Mineralwasser mit Kohlensäure. Der Körper werde diese Säuren nicht wieder los. Als Gegenmittel sollen dann die basischen Produkte dienen – so die Theorie. Aber ein Nutzen lässt sich nicht durch seriöse wissenschaftliche Studien belegen.

Die Theorie ignoriert die nachweislich korrekte wissenschaftliche Erkenntnis, dass der Körper den Säure-Basen-Haushalt in der Regel selbst im Gleichgewicht hält. Ausnahmen sind bestimmte Erkrankungen, beispielsweise wenn die Niere nicht mehr richtig funktioniert. Dann kann es tatsächlich zu einer Übersäuerung kommen. Das ist dann allerdings ein Fall für den Arzt – und nicht für Nahrungsergänzungsmittel. Auch Medikamente können als unerwünschte Wirkung den Stoffwechsel verändern.

GPSP-Tipp
Sparen Sie sich das Geld für „basische“ Produkte.
Achtung: Wer sich streng an die basischen Ernährungsempfehlungen hält und komplett auf tierische Produkte verzichtet, riskiert einen Vitamin-B12-Mangel.
Basische Cremes und Badezusätze können den schützenden Säuremantel der Haut angreifen. Es kann dann zu Infektionen kommen.


Mehr dazu im GPSP Heft 1/2016



  • Cholesterin nicht dämonisieren

    Wie stark beeinflussen Blutfettwerte das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall? Und wann kann es sinnvoll sein, bei erhöhtem Cholesterinspiegel einen Lipidsenker einzunehmen?

  • Schluss mit dem Minutentakt

    Mehr als zehn Jahre lang wurde um ihn gerungen. Jetzt endlich kommt der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff. Davon profitieren vor allem Demenzkranke und andere Menschen mit geistigen Behinderungen oder psychischen

  • Werbung – Aufgepasst!

    Mit einem Malbuch für Kinder wirbt das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim für sein neues Abführmittel „Dulcolax® NP Kinder“.1 Die Geschichte darin:

  • Kein Brief mit sieben Siegeln

    Arztberichte werden in medizinischer Fachsprache formuliert. Nur so können Ärzte und Ärztinnen präzise den Gesundheitszustand ihrer Patienten und Patientinnen dokumentieren und sich austauschen.

  • Unschlagbares Cortison

    Cortison wird seit mehr als 70 Jahren vielfältig und wirkungsvoll zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt, oft sogar lebensrettend, etwa bei einem allergischen Schock.

  • Wechseljahre: Verborgene Probleme

    Während der Wechseljahre produziert der weibliche Körper weniger Östrogene. Das macht nicht nur die Gesichtshaut dünner und spröder. Auch die Schleimhaut der Scheide wird weniger durchblutet,

GEPANSCHTES

Gepanschtes-Button-B272px

Heft-Archiv


Ausgabe 2017/01




Geschenk-Abo

GPSP_Geschenk-Abo_2015-300px

Spenden

Unsere Informationen gefallen Ihnen?
SpendenWenn Sie Gute Pillen – Schlechte Pillen mit einer Spende unterstützen, hilft uns das, unabhängig und werbefrei zu sein. GPSP ist gemeinnützig. Spenden sind steuerlich absetzbar: Spendenportal.de