13. Mai 2014

House of Pharma

Warum sich hessische Universitäten die Industrie unters Dach holen

© Unclesam/ fotolia.com

Hessen soll wieder ein bedeutender Pharmastandort werden. So hat es die schwarz-grüne Landesregierung beschlossen. Die Universitäten werden dabei eingebunden: Im neu gegründeten Institut, dem „House of Pharma“, wird künftig die öffentliche und kommerzielle Forschung verknüpft. Dazu warf die Regierung gut eine Viertel Million Euro in den Gründungstopf dieser Einrichtung. Klingt gut. Doch es bleibt abzuwarten, wie sehr die unabhängige Forschung von den geldgebenden Arzneimittelherstellern beeinflusst wird. Gute Pillen – Schlechte Pillen sieht das sehr kritisch und zeigt die möglichen Schwachstellen.

Deutsche Universitäten erhielten in den letzten 20 Jahren immer weniger öffentliche Gelder. Dafür wuchsen die Zuschüsse durch außenstehende Geldgeber. Jeder dritte Euro stammt inzwischen aus den so genannten Drittmitteln. Und oft ist nicht gleich klar, ob und wie die Geber von außen die Forschung mitdirigieren, um ihre Interessen durchzusetzen.

Beim House of Pharma, das der Universität Frankfurt angegliedert ist, sollen sich Arzneimittelhersteller finanziell an der medizinischen Forschungsarbeit beteiligen. Und sie sind daran interessiert, mit den Forschungserkenntnissen möglichst gute Gewinne zu machen. Das birgt Haken: der öffentliche (unabhängige) Forschungsgeist gerät in eine Zwickmühle, es droht die Abhängigkeit. Die kann sich negativ auf unsere medizinische Versorgung auswirken. Der Knackpunkt liegt bei den klinischen Studien, die die Wirksamkeit eines Medikaments beweisen sollen. Ohne diesen Nachweis können die Hersteller ihre Arzneimittel nicht auf den Markt bringen. Es ist zu befürchten, dass Forscher sowie Forscherinnen – dank der großzügigen Finanzstütze – zu Studienergebnissen „nach Wunsch“ gelangen. Oder dass negative Ergebnisse geschickt verschleiert werden. Und sei es nur, dass sie nicht in Fachzeitschriften publiziert werden. Das wäre dann ganz im Sinne der Pharmaunternehmen.

Den GPSP-Originalartikel finden Sie hier http://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/archiv/jahrgang-2014/nr.-3-maijuni-2014/house-of-pharma—die-neue-bdquohaeuslichkeitldquo-der-universitaeten.php


  • Wenn der Schlaf gestört ist

    Helfen bei Schlafproblemen Hausmittel, Matratzenwechsel oder kleine Verhaltenstricks nicht weiter, können möglicherweise verordnete Medikamente die Ursache sein.

  • Aufgespießt: Aus Werbung und Internet

    Anbieter: Lifepharm, ein Unternehmen mit Sitz in Lake Forest, USA.1 Vertrieb online durch diverse Anbieter (Multi-Level-Marketing). Verschiedene Packungsgrößen, z.B. 120 Kapseln für 115,80 €.

  • Neue Diät bei Reizdarmsyndrom

    Ständige, wiederkehrende Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und Verstopfung sind typische Symptome des Reizdarmsyndroms. Ein „Reizdarm“ ist zwar nicht gefährlich, aber sehr unangenehm und lästig.

  • Alles hygienisch oder was?

    Die „Höhle der Löwen“ ist ein beliebtes Fernsehformat, in dem sich Geschäftsgründer-Novizen einer Jury aus echten oder selbst ernannten Business-Erfolgsmenschen stellen. Das Ziel: Die Jury für die Finanzierung der eigenen

  • Kein harmloses Säftchen

    Winterzeit – Erkältungszeit! Viele Erwachsene, die es erwischt hat, versuchen Husten, Schnupfen und Heiserkeit mit frei verkäuflichen Mitteln in den Griff zu bekommen. Dazu gehören auch Erkältungssirups.

  • Cholesterin nicht dämonisieren

    Wie stark beeinflussen Blutfettwerte das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall? Und wann kann es sinnvoll sein, bei erhöhtem Cholesterinspiegel einen Lipidsenker einzunehmen?

GEPANSCHTES

Gepanschtes-Button-B272px

Heft-Archiv


Ausgabe 2017/01




Geschenk-Abo

GPSP_Geschenk-Abo_2015-300px

Spenden

Unsere Informationen gefallen Ihnen?
SpendenWenn Sie Gute Pillen – Schlechte Pillen mit einer Spende unterstützen, hilft uns das, unabhängig und werbefrei zu sein. GPSP ist gemeinnützig. Spenden sind steuerlich absetzbar: Spendenportal.de