1. August 2016

Hormonvorstufe als Nahrungsergänzung?

Gepanschtes

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat kürzlich das Produkt LGD-Xtreme beanstandet und veranlasste den Anbieter, dieses Nahrungsergänzungsmittel in den USA aus dem Handel zurückzurufen. Es enthält ein Prohormon und wird auch auf deutschsprachigen Internetseiten beworben.

Bei dem Wirkstoff handelt es sich um LGD-4033 – auch Ligandrol genannt. Es ist eine Vorstufe des männlichen Hormons Androgen, ein so genanntes Prohormon. In zugelassenen Arzneimitteln kommt es nicht vor, dürfte jedoch – nach unserer Einschätzung – aufgrund seiner Wirkweise überhaupt nur als verschreibungspflichtiges Arzneimittel vertrieben werden. Voraussetzung dafür wäre aber eine entsprechende behördliche Zulassung. Trotz der geringen wissenschaftlichen Kenntnisse zu Ligandrol wird es in der Bodybilderszene als „nebenwirkungsfrei“ beworben. Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA betont, dass bisher die Risiken von Ligandrol „unbekannt“ sind. Die Folgen der Einnahme sind somit unkalkulierbar und riskant. Dies gilt vor allem in Bezug auf Spätfolgen oder unerwünschte Effekte, die bei Langzeitgebrauch auftreten können. Krebs ist beispielsweise nicht auszuschließen.

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