7. August 2017

Helicobacter pylori

Ein Bakterium schlägt auf den Magen

© Annika Ucke
© Annika Ucke

Der australische Arzt Barry Marshall schluckte 1984 eine ordentliche Portion Helicobacter-Bakterien. Damit verpasste er sich eine Magenschleimhautentzündung, die er mit Antibiotika rasch wieder kurieren konnte. Zusammen mit seinem Kollegen Warren schrieb er Medizingeschichte.1 Denn sein Selbstversuch hatte bewiesen, was Wissenschaftler bis dahin für unmöglich gehalten hatten: In der Magenwand können Bakterien siedeln und Schaden anrichten. Marshalls Bakterientrunk aus dem Reagenzglas hatte also einen ganz wichtigen Auslöser der Gastritis entlarvt.

Viele Menschen leiden im Laufe ihres Lebens an einer Magen­schleimhautentzündung (Gastritis), eventuell sogar an einem Magen- oder einem Zwölffingerdarmgeschwür (Ulkus). Noch bis in die 1980er-Jahre galten Stress, erhöhte Produktion von Magensäure und andere Faktoren als übliche Auslöser dieser Erkrankungen. Doch Barry Marshall und sein Kollege Robin Warren bewiesen, dass bei entzündeter Magenschleimhaut häufig eine spezielle Bakterienart mit im Spiel ist: Helicobacter pylori, kurz H. pylori. Für ihre bahnbrechenden Erkenntnisse und die dadurch völlig neuen Therapieansätze erhielten sie 2005 den Medizin-Nobelpreis.

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