9. Januar 2017

Cholesterin nicht dämonisieren

Warum das Risiko für Herzinfarkt nicht nur ein Frage von Blutfettwerten ist

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Wie stark beeinflussen Blutfettwerte das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall? Und wann kann es sinnvoll sein, bei erhöhtem Cholesterinspiegel einen Lipidsenker einzunehmen? Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort – deshalb müssen Arzt und Patient die jeweilige Gefährdung und mögliche Behandlungsoptionen besprechen. Das betont der Allgemeinmediziner Norbert Donner-Banzhoff, mit dem wir über diese Fragen gesprochen haben.

GPSP: Immer wieder hört man die Behauptung, dass erhöhte Cholesterinwerte gar nicht gefährlich, sondern ein Marketing-Instrument der Pharmaindustrie sind. Woher kommen solche Ideen?

Donner-Banzhoff: Mehrfach gab es große Kampagnen, die einseitig die Gefährlichkeit des Cholesterins betont haben. Daraus wurden dann unnütze und schädliche Empfehlungen abgeleitet. Ärzte haben zum Beispiel älteren Frauen gesagt: „Ihr dürft keine Eier mehr essen“. Oder es wurden bei leicht erhöhtem Cholesterinspiegel grundsätzlich Arzneimittel verordnet. Natürlich steckten da auch kommerzielle Interessen von Pharmafirmen dahinter. Mittlerweile betrachten wir das Ganze jedenfalls deutlich differenzierter.

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