29. Februar 2016

Chia-Samen

Superflop statt Superfood

© popovaphoto – istock.com
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Wenn man den vielen Presseberichten Glauben schenkt, scheinen Chia-Samen der Körner-Burner für die Gesundheit zu sein: Antioxidantien, Proteine, Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und, und, und. Gute PillenSchlechte Pillen hat sich die Fakten näher angeschaut – mit ernüchterndem Ergebnis.

Schlaganfallrisiko? Herzinfarktgefahr? Zu hoher Cholesterinspiegel? Blutzuckerstress? Es gibt kaum ein Gesundheitsrisiko, das angeblich nicht mit Chia zu mindern sei. Angeblich helfen sie sogar, Gewicht zu reduzieren. Mittlerweile gibt es die Samen überall zu kaufen. Sie sollten aber nicht in großen Mengen verbraucht werden. So empfiehlt die Europäische Kommission, täglich nicht mehr als 15 Gramm Chia-Samen zu essen.

Und wie schaut es in dieser Miniportion mit all den beworbenen guten Wirkstoffen aus? 15 Gramm Chia-Samen enthalten beispielsweise nur so viel Eiweiß wie 9 Gramm Emmentaler Käse. Die Menge an Vitamin C ist so groß wie die in 2 Gramm Apfel, und die Menge an Magnesium steckt in zwei Scheiben Mischbrot.

Für Chia-Samen und ihre Wirkung gibt es nur wenige Ernährungsstudien. Die liefern aber nur Laborwerte und lassen keine Rückschlüsse auf einen gesundheitlichen Nutzen zu. Und eine ausgewogene Ernährung enthält in der Regel alle notwendigen Vitamine und Mineralien. Chia ist damit kein Superfood, sondern ein Lebensmittel wie andere auch. Einen Vorteil zur Vermeidung bestimmter Krankheiten bietet es also nicht.

Chia-Samen sind nicht gerade preiswert. Das Kilo kostet zwischen 10 bis 25 Euro. Bei Kleinstpackungen (zum Beispiel „Chia-Shots“) liegt der Kilopreis sogar bei fast 50 Euro.

GPSP-Tipp

Chia-Samen haben kein Eigenaroma – liefern also keine Geschmackssensation. Wer mag, kann sie beim Kochen als exotische Zutat verwenden. Aber es gibt sicherlich schmackhaftere Samen und Körner als lukullisches Beiwerk.

Mehr dazu im Heft GPSP 1/2016


  • Der perfide Zwilling

    Der Placebo-Effekt ist in der Medizin schon lange bekannt – und er hat durchaus seine guten Seiten.

  • Rezeptpflicht nötig

    Für viele Eltern ist es sicher unvorstellbar, ihrem kleinen Kind ein Medikament zu geben, damit es einschläft.

  • Weihnachtswünsche

    Wir wünschen allen GPSP-Leserinnen und Lesern eine schöne Weihnachtszeit und ein gesundes neues Jahr…

  • Antidepressiva und Selbsttötung

    Ging bei der Zulassung von Antidepressiva aus der Wirkstoffgruppe der SSRI alles mit rechten Dingen zu?

  • Pfeiffersches Drüsenfieber

    Wer kennt das nicht: Die Glieder tun weh, der Rachen ist entzündet, und zu allem Übel kommen auch noch Fieber, geschwollene Lymphknoten und womöglich Schmerzen im Hals- und Nackenbereich dazu.

  • Oh, schon Nikolaus …

    Haben Sie immer noch keine Ideen, was Sie all denen schenken, die Ihnen lieb und teuer sind? Wir hätten da einen gesunden Tipp: Wie wäre es mit einem Geschenk-Abo von Gute Pillen - Schlechte Pillen?

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