12. September 2016

Akuter Gichtanfall

Das hilft bei Schmerzen

#76033609 © ThamKC – fotolia.com
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Manchen erwischt ein Gichtanfall aus heiterem Himmel. Das passiert, wenn die körpereigene Harnsäure, die im Blut und in den Gewebeflüssigkeiten normalerweise gelöst ist, plötzlich Kristalle bildet. Meist ist das Großzehengrundgelenk betroffen. Als Folge entzündet sich auch das umliegende Gewebe und macht oft den akuten Gichtanfall so extrem schmerzhaft. Gute PillenSchlechte Pillen nennt die möglichen Ursachen der akuten Gicht und zeigt, welche Arzneimittel die Beschwerden rasch lindern können.

Ältere Menschen, insbesondere Männer, haben ein höheres Risiko für einen akuten Gichtanfall. Auch die genetische Veranlagung spielt eine Rolle. Auslöser sind Übergewicht, üppige (Fleisch)-Mahlzeiten, stärkerer Alkoholkonsum (besonders Bier), die Einnahme eines Diuretikums (z.B. gegen Bluthochdruck), eine unzureichend behandelte chronische Gicht oder zu viel Harnsäure im Blut (über 6 bis 7 mg/dl).

Anders als eine chronische Gicht wird ein akuter Gichtanfall nicht mit einem harnsäuresenkenden Mittel behandelt. Erstes Ziel ist hier, so rasch wie möglich die Entzündung zu hemmen und die starken Schmerzen zu lindern. Verschiedene Wirkstoffe verkürzen die Dauer der sehr unangenehmen Beschwerden und Behinderungen auf Stunden bis wenige Tage. Unbehandelt klingen sie erst nach ein bis zwei Wochen ab. Grundsätzlich sollte man die Medikamente bis zur deutlichen Besserung der Symptome einnehmen.

Als verordnete Kurzzeittherapie von 3 bis 5 Tagen kommen folgende Wirkstoffe infrage:

nichtsteroidale Antirheumatika („NSAR“ wie Naproxen, Indometacin, Ibuprofen, Diclofenac)

Glukokortikoide („Kortison“, z.B. Prednisolon) Auch das Kühlen der Gelenke kann manchmal die Schmerzen etwas lindern. Die Wirksamkeit ist jedoch bislang nicht durch Studien nachgewiesen.

Der Wirkstoff Colchicin wird zwar seit vielen Jahren als Mittel beim akuten Gichtanfall eingesetzt. Wegen der vielen möglichen unerwünschten Wechsel- und Nebenwirkungen (unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, selten auch Nierenschäden oder Haarausfall), möchten wir, wenn die Diagnose klar ist, abraten.

Sind die Beschwerden abgeklungen, ist in der Regel eine Dauertherapie mit einem harnsäuresenkenden Mittel angebracht. Ebenso wichtig ist es, die Essgewohnheiten zu verändern und den Alkoholkonsum zu reduzieren.

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