Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2013 / 06 S. 24bL

Leserbriefe:

Huflattich

„Ich bin 60 Jahre und habe seit mehreren Jahren COPD. Zur Linderung wurde mir aus einem Kräuterbuch Huflattich mit Honig empfohlen. Daher setze ich im Frühjahr frischen Huflattich mit Honig an und nehme das Jahr über jeden Tag ca. 2-3 Teelöffel ein. Nun habe ich aber gehört, dass man auch mal eine Pause machen muss. Wie mache ich es richtig?“ T.S.

GPSP: Der Rat, hier eine Pause zu machen, ist richtig. Noch besser ist allerdings der Rat, ein solches selbst hergestelltes Produkt nie mehr zu verwenden. Kräutermittel gelten zwar allgemein als unbedenklich, jedoch enthalten sie zum Teil bedenkliche Inhaltsstoffe. So sind in den Blüten, im Kraut und der Wurzel von Huflattich Stoffe enthalten, so genannte Pyrrolizidinalkaloide, von denen leberschädigende und krebserregende Effekte bekannt sind. Aus diesem Grund hat bereits vor mehr als 20 Jahren die zuständige Sachverständigenkommission beim damaligen Bundesgesundheitsamt (heute Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) „angesichts des Risikos und der für die beanspruchten Anwendungsgebiete nicht belegten Wirksamkeit … die therapeutische Anwendung von Huflattichblüten, -kraut und Huflattichwurzeln (als) nicht für vertretbar“ bewertet.1

Wir sind kürzlich in GPSP 5/2013 unter der Überschrift „Kräutertees mit krebserregenden Stoffen“ anlässlich einer aktuellen Untersuchung des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) von Kräutertees aus dem deutschen Einzelhandel (Huflattich war allerdings nicht dabei) auf die Problematik von Tees eingegangen, die Pyrrolizidinalkaloide enthalten.


Quelle
1 Pharm. Ztg (1990) 135, Nr. 41, S. 65

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