Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2015 / 02 S. 24aLb

Leserbriefe:

Haarausfall bei Frauen

Seit vielen Jahren habe ich diffusen Haarausfall und war deshalb viele Male bei verschiedenen Ärzten. Herausgekommen ist nichts, dennoch liest und hört man ab und an von verschiedenen Mitteln, z.B. aus der Naturmedizin Brennnesseltinktur und Pflaumen­aschenlauge nach Hildegard von Bingen oder dem Arzneimittel Pantovigar. Würde es Sinn machen, diese Mittel zu probieren oder muss ich mich damit abfinden, dass es auf dem Kopf immer weniger wird?  I.Z.

GPSP: Haarprobleme wie Haarausfall oder schütter werdendes Haar können vielfältige Ursachen haben. Versuchen Sie diese im Gespräch mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin abzuklären (GPSP 5/2009).

Produkte wie Pantovigar gibt es in unterschiedlichen Zusammensetzungen. Pantovigar enthält verschiedene Vitamine, Eiweiß und Hefe. In der Packungsbeilage1 steht: „Traditionell angewendet als mild wirkendes Arzneimittel bei diffusem Haarausfall und brüchigen Fingernägeln“. Diese Formulierung bedeutet, dass eine Wirksamkeit gegenüber der Zulassungsbehörde nicht wissenschaftlich überzeugend belegt wurde.

Ob bei Ihnen Vitamine hilfreich sind, könnte allenfalls eine ärztliche Untersuchung klären, die ermittelt, ob Sie überhaupt einen Mangel an Vitaminen haben.
Auch die Rezepturen nach Hildegard von Bingen sind „traditionelle Medizin“, deren Wirksamkeit nicht systematisch nach heutigen wissenschaftlichen Standards geprüft ist.
Medikamente gegen Haarausfall wie z.B. Minoxidil können wir ebenfalls nicht empfehlen. Eine haarwuchsfördernde Wirkung ist nur bei anlagebedingter Haarausdünnung im Scheitelbereich festgestellt worden, allerdings in einem dürftigen Ausmaß – und selbst das nur bei wenigen Frauen. Nach Absetzen des Medikaments geht der Haarausfall weiter – zum Teil sogar verstärkt. Angesichts erheblicher un­erwünschter Wirkungen können wir nicht zu dem Mittel ­raten. (GPSP 5/2009, S. 16)


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