Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2015 / 06 S. 24Lbb

Leserbrief:

Gerson-Therapie

Können Sie etwas mit der Gerson-Therapie anfangen, über die im Internet berichtet wird?   B.R.

Die Therapie ist nach ihrem Entwickler, dem US-amerikanischen Arzt Max Gerson benannt. Sie behauptet, Krebs und andere Erkrankungen mit Darmspülungen und einer Diät aus Obst, Vollkornprodukten sowie Mineral- und Vitaminpräparaten behandeln zu können. Die Diätvorschriften sind genau festgelegt und müssen exakt eingehalten werden.

Das staatliche US-National Cancer Institute hat eine ausführliche Bewertung der Gerson-Therapie veröffentlicht.1 Obwohl das The-rapie-schema seit den 1930er Jahren bekannt ist, wurde ein Nutzen nicht durch wissenschaftliche Studien bestätigt. Die Verfechter dieser Methode berufen sich auf Berichte von Gerson über eigene Behandlungserfolge. Schon in den 1940er und 1950er Jahren hatte das National Cancer Institute diese Fallbeschreibungen ausgewertet und keinen medizinischen Nutzen der Gerson-Therapie erkennen können. Schaden kann sie dagegen schon: Die häufigen Darmspülungen können den Mineralhaushalt durcheinander bringen und gesunde Organe schädigen. Drei Todesfälle sind in diesem Zusammenhang bekannt geworden. Die Gerson-Therapie ist in den USA zur Krebsbehandlung nicht zugelassen. Das National Cancer Institute betont, dass sich Krebskranke gesund ernähren sollen. Eine Anpassung der Ernährung kann in manchen Fällen sinnvoll sein, das müssen aber die behandelnden Ärzten entscheiden.

1 www.cancer.gov/about-cancer/treatment/cam/patient/gerson-pdq

Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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