Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2009 / 06 S. 09a

Kurz und knapp:

Zahnimplantate:
Miserable Studienlage

Wenn Zähne fehlen, also die Zahnreihe verkürzt oder lückenhaft ist, kann man oft zwischen herausnehmbarem (Prothese) oder implantatgetragenem Zahnersatz mit künstlicher Wurzel und einem Kronenaufbau wählen.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschuss7 untersucht, ob moderne Implantat-Technik Vorteile für den Patienten hat und sich rechnet.8 Aber weil gute Studien fehlen und die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung keine durchschnittlichen Fallkosten bekannt gab, kann das IQWiG die Alternativen nicht vergleichen – und keinen Zusatznutzen für Implantate ausmachen.9

Dabei hatte das Institut wichtige Zielgrößen ins Auge gefasst, etwa: Wie fühlt man sich mit dem Zahnersatz, wie effektiv ist das Kauen und wie lange bleibt der Zahnersatz funktionstüchtig? Übrigens: Auch andere zahnärztliche Eingriffe, die oft privat bezahlt werden müssen, sind auf ihren Nutzen schlecht untersucht. Z.B.: Welche Anomalie der Zahnstellung muss korrigiert werden?


Quellen
1    Deutsches Ärzteblatt, 2009, 106; S. C1560
2    Mitteilung des Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte 22.9.2009
3    Mathew JL et al. Hepatitis B immunisation in persons not previously exposed to hepatitis B
      or with unknown exposure status. Cochrane Database of Systematic Reviews 2008, Issue 3
4    Zu Risikogruppen zählen Menschen, die beruflich in Kontakt mit Blut kommen, einem chronisch
      Hepatitiskranken nahe stehen, selbst mit HIV infiziert oder leberkrank sind, häufig Blutspenden
      erhalten, Drogen spritzen oder sich in einem Land aufhalten (wollen) in dem Hepatitis-B stark
      verbreitet ist.
5    Eine Übersicht unter: www.g-ba.de/institution/themenschwerpunkte/schutzimpfungen/uebersicht/
6    Deutsches Ärzteblatt 2009, 106; 44
7    Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entscheidet darüber, welche Kosten die gesetzlichen
      Krankenkassen für eine Behandlung erstatten.
8    Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten unabhängig von der Art des Zahnersatzes nur einen
      pauschalen Festzuschuss.
9    www.iqwig.de/download/   
      N05-02_Abschlussbericht_Relevanz_der_Beschaffenheit_der_Gegenbezahnung.pdf
10  BAGP, Waltherstr. 16 a, 80337 München, Tel. 089-76 75 5531, Fax 089 – 7 25 04 74
11  Pressemitteilung 23.09.2009


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