Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2012 / 04 S. 08b

Kurz und knapp:

Verzicht ist selten nötig

Herzkranke und Sex

Beim Sex, speziell beim Orgasmus, steigen Herzfrequenz und Blutdruck kurzzeitig an – jedoch meist nur für wenige Sekunden und außerdem überschreitet der Puls nur selten 130 pro Minute. Der systolische Blutdruck2 bleibt in der Regel unter 170 mm Hg. US-amerikanische Kardiologen konnten Menschen mit Herzproblemen daher kürzlich beruhigen.3 Herzinfarkt, plötzlicher Herztod und Angina-pectoris-Anfälle sind nur sehr selten eine Folge von Sex. Aber natürlich müssen Herzpatienten sorgfältig untersucht sein, etwa mit einem körperlichen Belastungstest auf dem Laufband oder dem Fahrrad-Ergometer, und ihre Medikamente einnehmen. Bei den meisten Patienten und Patientinnen raten Kardiologen nicht von sexueller Aktivität ab. Wer aber zum Beispiel neu erkrankt ist und Blutdruckprobleme, Atemnot oder Herzrhythmusstörungen hat, sollte solange auf Sex verzichten, bis er medikamentös gut eingestellt ist. Wichtig ist außerdem, regelmäßig Sport, am besten Herzsport, zu betreiben (GPSP 1/2006 S. 6). Wer an Herzschwäche leidet oder schon einen Herzinfarkt hatte, kann dadurch Herz-Kreislauf- Komplikationen verringern. – Auf jeden Fall sollten herzkranke Patienten das Thema Sex mit ihrem Arzt besprechen, insbesondere wenn sie potenzsteigernde Medikamente einnehmen wollen, denn diese können Herzanfälle begünstigen.



Quellen
1 Bestelladresse für einzelne Druck-Exemplare: Nationales Netzwerk Frauen und Gesundheit, Fenskeweg 2, 30165 Hannover (mit der eigenen Adresse versehenen und mit 1,45 Euro frankierten DIN-C5-Umschlag beilegen). Stichwort„Mammografie-Broschüre“. Oder: www.barmer-gek.de und in den Geschäftsstellen der BARMER GEK
2 Das ist der erste (höhere) Wert bei der Blutdruckmessung.
3 Stellungnahme der American Heart Association: www.heart.org/HEARTORG/Conditions/More/ MyHeartandStrokeNews/Sex-and-Heart-Disease_ UCM_436414_Article.jsp
4 Pediatrics (2011) 128, Nr. 4 S. 801
5 DER ARZNEIMITTELBRIEF (2012) Bd.46,5 S. 40
6 Hilbert A u.a. (2012) Psychother Psychosom Med Psychol, 62, S. 139
7 Götz M, Gather J (2010) Wer bleibt drin, wer fliegt raus? Televizion; 23, S. 52 www.br-online.de/jugend/izi/deutsch/publikation/televizion/ 23_2010_1/castingshows.pdf



Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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