Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2008 / 05 S. 09c

Kurz und knapp:

Veilchenwurzel für zahnende Babys?

In Internetforen lebt sie wieder auf, die Veilchenwurzel als „Zahnungshilfe“. Oft wird dabei erwähnt, dass sie in Apotheken meist nicht mehr erhältlich ist. Das ist gut so, finden wir. Allerdings bieten jetzt vor allem Naturprodukteläden und der Versandhandel Veilchenwurzeln als „natürliche Beißhilfe“ an, zum Preis von 6 bis 15 Euro das Stück.

Genaugenommen handelt es sich um eine Iriswurzel, sie duftet jedoch nach Veilchen. Spätestens seit Mitte des vorigen Jahrhunderts ist klar, dass Eltern ihren Säuglingen nichts Gutes tun, wenn sie ihnen die „Zahnungswurzel“ geben. Die oft tage- und wochenlang weich gekaute Wurzel ist ein guter Nährboden für Keime und Krankheitserreger aller Art. Dies ist besonders problematisch, weil die körpereigene Abwehr von Säuglingen noch in der Entwicklung ist. Veilchenwurzel soll man daher nicht kaufen. Sie gehört nicht in Babymünder, egal ob pur, mit Schnullerkette oder Greifling versehen. Alternativ gibt es Beißringe, beispielsweise aus Silikon, ohne PVC, ohne Weichmacher und andere Zusatzstoffe.


Quellen
1    R.B.Saper u.a., JAMA 2008, 300,  S. 915-923
2    www.ayurveda-verband.eu/uploads/tx_formulare/metalle_ayurveda.pdf
3    Siehe Interview in diesem Heft, S. 12
4    arznei-telegramm 2008, Bd. 39, Nr. 7, S. 80
5    Bundesinstitut für Risikobewertung, Pressedienst
      vom 5.5.2008 und angehängte Stellungnahmen (Nr. 17 und Nr. 18 von 2008)
6    Empfohlen werden: Obst, Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte täglich.
      Wenig fette Wurst und Käse, wenig Schokolade, Kuchen, Kartoffelchips und Kochsalz.
      Lieber fettarme Milchprodukte kaufen und mit Öl statt Butter kochen.
      Beim Wein sind die trockenen Sorten günstiger, Alkohol nur in Maßen trinken.
7    Deutsches Ärzteblatt 2008, 105, Heft 24, S. C1118
8    www.fass.se/LIF/miljo/miljoinfo.jsp
9    M.B. Schwartz u.a, Journal of the American Dietetic Association 2008, Bd. 1008, Nr. 4, S. 702-705.
10  Mit fast 60.000 Neuerkrankungen jährlich ist Prostatakrebs die häufigste Krebsart bei Männern.
      Zum Glück wächst der Tumor oft sehr langsam und muss nicht immer entfernt werden.


Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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