Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2008 / 03 S. 06d

Kurz und knapp:

Ungesunder Fluglärm

Fluglärm macht auf Dauer krank. Das ist nicht neu, wurde aber jetzt europaweit bestätigt.2

Wer in der Nähe eines Flughafens wohnt, muss mit erhöhtem Blutdruck rechnen. Denn wo nachts der durchschnittliche Schallpegel durch Flugbetrieb um 10 Dezibel zunimmt – zum Beispiel von 30 auf 40 oder 40 auf 50 Dezibel –, leben 14 Prozent mehr Menschen mit einem behandlungsbedürftigen Bluthochdruck. (Also statt 100 Personen sind 114 betroffen.) Und der Effekt addiert sich mit steigenden Dezibelwerten.

Das ergab eine internationale Studie, gefördert von der Europäischen Kommission, an der 5.000 Anwohner in der Nähe von Flug­häfen teilnahmen.3 Im übrigen förderte nicht nur Nachtflug­lärm Bluthochdruck, sondern auch der Flugverkehr am Tag. Das belegt das Beispiel Berlin-Tegel, wo ein Nachtflugverbot besteht. Die Auswertung von ergänzenden Interviews unterstreicht, dass Fluglärm in aller Regel die Menschen stört, und zwar heftiger als Straßenverkehrslärm.


Quellen
1    arznei-telegramm 2008, 39, 5, S. 62
2    Umweltbundesamt, Presseinformation 03/2008
3    http://www.ehponline.org/docs/2007/10775/abstract.html (englisch)
4    www.gesundheitsinformation.de 19.4.2008
5    PloS ONE, Mittwoch 5. März 2008
6    Pressemitteilung der Uniklinik Köln. Prof. Bernd Böttiger, Vizepräsident
      des Europäischen Resuscitation Council (ERC)
7    SOS-Kanto, The Lancet, 2007; 369, 920-926
8    arznei-telegramm 2008; 39: 61-2


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