Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2008 / 05 S. 08c

Kurz und knapp:

Überflüssig:
"Für Diabetiker geeignet"

Vor allem übergewichtige, falsch ernährte Menschen erkranken an Typ 2-Diabetes, jener Form der Zuckerkrankheit, bei der Blut zu viel Zucker enthält, weil das Insulin der Bauchspeicheldrüse nicht ausreichend wirkt (Insulinresistenz).

Seit Jahrzehnten wird Diabetikern abgeraten, Zucker in Form von Saccharose (Haushaltszucker) zu konsumieren.

Die Industrie bietet folgerichtig spezielles Gebäck, Süßwaren und auch Wein mit dem Etikett Für Diabetiker geeignet an. In den Produkten ist der Gehalt an Saccharose gering und wird z.B. durch Fruktose (Fruchtzucker) ausgetauscht. Relevante Vorteile von Lebensmitteln mit Zuckeraustauschstoffen für Diabetiker sind aber nicht belegt. Saccharose zu ersetzen, nützt ihnen wenig, da bei vielen nicht nur der Zuckerstoffwechsel, sondern auch der Protein- und Fettstoffwechsel gestört sind.5

Für Betroffene sind regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung6 wichtig – keine Spezialkost. Daher spricht sich das Bundesinstitut für Risikobewertung dafür aus, dass „werbende Empfehlungen auf Lebensmitteln wie Für Diabetiker geeignet ersatzlos gestrichen werden“. Denn Diabetiker könnten sich in falscher Sicherheit wiegen. Erforderlich seien eine individuelle Blutzuckerkontrolle und eine detaillierte Nährwertkennzeichnung auf allen Lebensmitteln, für alle Verbraucher.


Quellen
1    R.B.Saper u.a., JAMA 2008, 300,  S. 915-923
2    www.ayurveda-verband.eu/uploads/tx_formulare/metalle_ayurveda.pdf
3    Siehe Interview in diesem Heft, S. 12
4    arznei-telegramm 2008, Bd. 39, Nr. 7, S. 80
5    Bundesinstitut für Risikobewertung, Pressedienst
      vom 5.5.2008 und angehängte Stellungnahmen (Nr. 17 und Nr. 18 von 2008)
6    Empfohlen werden: Obst, Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte täglich.
      Wenig fette Wurst und Käse, wenig Schokolade, Kuchen, Kartoffelchips und Kochsalz.
      Lieber fettarme Milchprodukte kaufen und mit Öl statt Butter kochen. Beim Wein sind
      die trockenen Sorten günstiger, Alkohol nur in Maßen trinken.
7    Deutsches Ärzteblatt 2008, 105, Heft 24, S. C1118
8    www.fass.se/LIF/miljo/miljoinfo.jsp
9    M.B. Schwartz u.a, Journal of the American Dietetic Association 2008, Bd. 1008, Nr. 4, S. 702-705.
10  Mit fast 60.000 Neuerkrankungen jährlich ist Prostatakrebs die häufigste Krebsart bei Männern.
      Zum Glück wächst der Tumor oft sehr langsam und muss nicht immer entfernt werden.


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