Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2007 / 06 S. 06b

Kurz und knapp:

Stillen!

Kürzlich kursierte die Nachricht, dass Stillen überraschenderweise nicht vor Allergien und Asthma schütze. Das ist eine problematische Botschaft. Sie basiert auf einer Studie mit Frauen und Kindern in Weißrussland, die keinen besonderen Nutzen von Muttermilch für die Vorbeugung von Allergien und Asthma ergab.

Entscheidende Schwäche der Studie ist aber, dass nur Kinder verglichen wurden, die mehr oder weniger (lange) gestillt worden waren – nicht aber Kinder, die gar nicht gestillt worden waren, mit solchen, die in den ersten 4 bis 6 Monaten nur Muttermilch getrunken hatten.

Außerdem kommen bei den sechsjährigen Weißrussen Asthma und Allergien viel seltener vor als in westlichen Industrienationen. Dies schränkt die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf hiesige Verhältnisse stark ein. Insgesamt sind die Daten zum Schutz vor Asthma und Allergien widersprüchlich.

Andere Vorteile des Stillens sind gut belegt: Es mindert Durchfall- und Atemwegsinfektionen, schützt vor Diabetes und Übergewicht und fördert bei der Mutter unter anderem  die Rückbildung der Gebärmutter und die Gewichtsnormalisierung.2


Quellen
1    blitz-a-t vom 19. Oktober 2007
2    British Medical Journal, 2007, Vol 335, S. 782 (Editorial), S. 815 (Studie)
3    www.actiononsalt.org.uk
4    www.salt.gov.uk
5    www.biomedcentral.com/1472-6874/7/19
6    www.euroskin.eu


Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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