Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2014 / 03 S. 15b

Kurz und knapp

Sehr unangenehm:
Gestörte Impulskontrolle

Wer sich nachts mit unruhigen Beinen quält (Restless Legs) und auf Medikamente angewiesen ist, sollte wissen, dass manche der üblicherweise verordneten Arzneimittel eine sehr unangenehme Eigenschaft haben: Sie können die Impulskontrolle verringern, so dass etwa Computerspielbegeisterung oder Sexualität, Essen oder Kaufen plötzlich ausufern. Das kommt nicht nur bei den Parkinsonmitteln vor, die Ärzte niedrig dosiert gegen RLS verordnen, sondern auch bei atypischen Neuroleptika. Medikamente dieses Typs verordnen Ärzte bei schizophrenen Erkrankungen und bipolaren Störungen und vermutlich viel zu häufig bei Demenz-bedingten Verhaltensstörungen. Nach Beginn der Einnahme oder bei einer Dosiserhöhung können binnen Tagen oder Wochen Störungen der Impulskontrolle eintreten.7 Davon berichten mehrere Studien und auch dem Bundesinstitut für Arzneimittel liegen entsprechende Berichte vor. Die meisten betreffen den Wirkstoff Aripiprazol, aber auch Risperidon, Quetiapin und andere sind darunter. Was oft hilft: In Abstimmung mit dem Arzt oder der Ärztin die Dosis verringern, das bisher benötigte Medikament gegen ein anderes austauschen oder auch einmal den Versuch machen, es ganz abzusetzen.

Quellen: 7 arznei-telegramm® (2014) 45, S.3


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