Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2011 / 02 S. 09a

Kurz und knapp:

Schmerzlinderung

Wie die Einstellung hilft

Es ist kein Geheimnis, dass Schmerzen in verschiedenen Situationen unterschiedlich wahrgenommen werden und jeder anders mit ihnen umgeht. Darum hängt es nicht allein vom Arzneimittel ab, wie gut sich ein Schmerz lindern lässt, sondern auch von der Psyche des Schmerzgeplagten. Eine kleine Studie9 mit gesunden Versuchspersonen hat nun gezeigt, dass sich unangenehme Hitzereize bei gleicher Schmerzmittelmenge unterschiedlich gut ertragen lassen. Ausschlaggebend war die eigene Erwartung: Wer nicht weiß, dass er ein stark wirksames Mittel erhält, hat mehr Schmerzen als jemand, der davon ausgeht, dass er eine gute Schmerzlinderung bekommt. Am wenigsten profi tiert von einem Schmerzmittel derjenige, der damit rechnet, dass er heftige Schmerzen haben wird. Fazit: Eine positive Erwartung an die Wirksamkeit eines Arzneimittels steigert offenkundig dessen schmerzlindernde Wirkung. Die Studie erklärt nicht nur Plazebowirkungen, sondern erlaubt einen Einblick in Verarbeitungsprozesse im Gehirn. Zeitgleich mit den Schmerztests wurde nämlich die Aktivität verschiedener Hirnareale erfasst (mittels funktioneller Magnetresonanztomographie; fMRT). Die Untersuchung ergab, dass je nach Erwartungshaltung unterschiedliche Areale mit der Schmerzverarbeitung beschäftigt waren.


Quellen
1    Der Arzneimittelbrief (2011) 45, S. 6
2    Auch nicht für stillende Mütter, denn die neueren Präparate sind hierfür nicht genügend geprüft.
3    Visintin C et al. (2010) Management of hypertensive disorders during pregnancy. BMJ; 341, S. c2207
4     Kretzer JP (2010) Pressemitteilung der Universität Heidelberg (Orthopädie) 22.12.2010
5    Alldred DP et al. (2011) The influence of formulation and medicine delivery system. BMJ Qual Saf; doi: 10.1136/bmjqs.2010.046318
6    DGE (2011) Vitamin D-Mangel in Deutschland oft überbewertet Pressemitteilung 8.2.2011
7    arznei-telegramm (2010) 41, S. 127-129
8    Rosen CJ (2011) N Eng J Med; 364, S. 248-254
9    Bingel U et al. (2011) Sci Transl Med, 3, S. 70ra14
10    Die Pharma-Kampagne gibt eine unserer Mutterzeitschriften, den Pharma-Brief, hera



Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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