Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2008 / 06 S. 09a

Kurz und knapp:

Schmerz:
Mehr als Wehtun

Starke Schmerzen muss man nicht aushalten, sondern sollte sie gezielt behandeln (GPSP 1/2008, S. 3-6). Denn sie beeinträchtigen den ganzen Menschen. Chronisch Schmerzgeplagte leiden zusätzlich, denn der Schmerz macht es schwer, sich auf andere Personen oder Informationen zu konzentrieren. Er zehrt.

Warum das so ist, lässt sich durch Tests mit Gesunden im Kernspintomografen8 nachvollziehen.9 Jene Gehirnzentren, die normalerweise bei der Verarbeitung von Bildern besonders aktiv sind, reagierten nämlich weniger stark, wenn die Versuchspersonen auf dem Handrücken einen Hitzeschmerzreiz verspürten, während sie interessante Bilder betrachteten.

Stattdessen waren nun nachweislich die Schmerzzentren aktiver und überlagerten sozusagen die visuelle Information. – Doch nicht nur die Verarbeitung der Bilder wird durch Schmerzen beeinträchtigt, auch das Gedächtnis: Im Nachhinein konnten sich die Versuchspersonen schlechter an die gesehenen Bilder erinnern, wenn das Betrachten von Schmerzempfindungen begleitet war.

Dies zu wissen, verbessert nicht unmittelbar die Therapie von Schmerzkranken, erklärt aber, warum sie oft schlechter konzentriert erscheinen und sich erschöpft fühlen.


Quellen
1    H. Hemilä et al. Vitamin C for preventing and treating the common cold.
      Cochrane Database of Systematic Reviews 2007 Issue 3 UK DOI: 10.1002/14651858.CD000980.pub3
      www.mrw.interscience.wiley.com/cochrane/clsysrev/articles/CD000980/frame.html
2    www.gesundheitsinformation.de/erkaeltungen-haelt-vitamin-c-gesund.483.174.de.html
3    arznei-telegramm 1992: 116 und 2002: 15
4    A.U. Akali, N.S. Niranjan, J. Plast. Reconstr. Anaesthet. Surg., 2008, 61: 830-834
5    Bundesinstitut für Risikobewertung, Pressemitteilung 15.8.2006, Allergien in Deutschland
6    www.internisten-im-netz.de/de_fokus_678_55.html
7    Matthias Holland-Letz. Patientenverband: Geld von Pharmafirmen. Markt. WDR Fernsehen. 29.9.2008
      www.wdr.de/tv/markt/sendungsbeitraege/2008/0929/03_patientenverband.jsp
8    fMRT = funktionelle MagnetResonanzTomografie
9    U. Bingel Neuron 55, 2007: 157-157
10  Stellungnahme der Bundesärztekammer, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und
      der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, 1.10.2008


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