Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2013 / 02 S. 15

Kurz und knapp:

Reptilienhaltung

Salmonellen-Risiko speziell für Kinder

© Cathy Keifer/ fotolia.com

„Bartagamen sind Echsen, die sich gut für die Haltung zu Hause eignen und mit ihrem Charme und ihrer Kommunikationsfreudigkeit zu den wenigen Tieren gehören, die eine Beziehung zu dem Halter aufbauen.“ So wird für einen Ratgeber über die Haltung dieser Reptilien geworben.7 Das Problem: Viele Menschen wissen nicht, dass Reptilien und Amphibien Salmonellen ausscheiden – also die Erreger schwerer Darmerkrankungen, die mit heftigem Durchfall verbunden sind und manchmal sogar tödlich enden.

Bei Salmonellen denken viele Menschen an eine Übertragung durch Eier oder andere Lebensmittel. Aber auch exotische Haustiere können solche Erreger ausscheiden und bedeuten für Personen mit geschwächtem Immunsystem eine Gefahr. Immer wieder erkranken Kleinkinder, die meisten unter einem Jahr, an schweren Salmonelleninfektionen.8 Nachforschungen ergeben dann oft, dass der Erregertyp hierzulande ungewöhnlich ist, aber bei exotischen Reptilien oft vorkommt. Und wen wundert es: Im Haushalt derart erkrankter Kinder wohnt meist ein Reptil! Bis zu 90% der untersuchten Tiere (Schildkröten, Schlangen, Agamen, Chamäleons usw.) sind mit Salmonellen infiziert. Sie geben die Erreger sowohl über ihr Ausscheidungsorgan (die Kloake) als auch über die Hautoberfläche und den Rachen ab.

Nicht nur in den USA nehmen Salmonellenerkrankungen durch Reptilienhaltung zu, auch bei uns. Denn Terrarien werden immer beliebter. Um eine Salmonellenübertragung zu vermeiden, sollte sich jeder unbedingt die Hände mit Seife waschen, der am Terrarium hantiert oder das Reptil angefasst hat. Kleine Kinder sollten strikt jeglichen Hautkontakt meiden und vor allem nicht dort auf dem Boden herumrutschen, wo das Reptil unterwegs war. Speziell in der Küche haben die Exoten überhaupt nichts zu suchen.


Quellen
7 Amazon-Werbung zu: M Busch, Bartagamen, Ulmer 2007 www.amazon.de/Bartagamen-Marlies-Busch/dp/3800153823 [Zugriff am 8.3.2013]
8 RKI (2013) Epidemiologisches Bulletin 9, S. 71

Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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