Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2013 / 01 S. 14a

Kurz und knapp:

Konservierungsmittel in Augentropfen
Nicht für jeden gut

In Augentropfen können sich Bakterien und Pilze vermehren, wenn das Behältnis geöffnet und im Gebrauch ist. Darum enthalten Augentropfen – etwa gegen eine Bindehautentzündung – in der Regel Konservierungsmittel. Allerdings bekommen diese Substanzen – gerade das häufig verwendete Benzalkoniumchlorid – nicht jedem Auge. Sie können bei längerem Gebrauch den schützenden Tränenfilm reduzieren und die Augenoberfläche angreifen. Manchmal lösen sie auch allergische Reaktionen aus. Wer häufig Augentropfen anwenden muss, bei dem kann das Krankheitsbild „trockenes Auge“ entstehen – oder die bereits bestehenden Beschwerden eines trockenen Auges verschlimmern sich. Typischerweise sind bei dieser Erkrankung die Augen gerötet, jeder Lidschlag schmerzt und das Sehen ist anstrengend.

Manche Personengruppen kommen mit Augentropfen ohne Konservierungsmittel meistens besser zurecht:1 Dazu gehören vor allem Kontaktlinsenträger und Menschen, die täglich Augentropfen benötigen, etwa weil sie unter Symptomen eines trockenen Auges leiden oder an Grünem Star (Glaukom) erkrankt sind. Für sie gibt es konservierungsmittelfreie Produkte, bei denen jede Dosis einzeln verpackt ist, und Präparate in speziellen Behältnissen, die Keimen den Zugang versperren. Vor allem die Einzeldosisbehälter sind erheblich teurer als herkömmlich konservierte Augentropfen.


Quelle
1 Messmer EM (2012) Konservierungsmittel in der Ophthalmologie, Der Ophthalmologe, 11, S. 1064


Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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