Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2008 / 03 S. 07c

Kurz und knapp:

Kluges Gehör

Sie kennen den Cocktailparty-Effekt? Die Gesellschaft wird immer lauter und was Ihr Gesprächspartner sagt, verstehen Sie immer schlechter – oder erstaunlicherweise trotz des hohen Geräuschpegels doch noch.

Bisher dachte man, das gelinge, weil wir durch Verarbeitung der Hörinformation von beiden Ohren unseren Gesprächspartner exakt orten, uns auf ihn ausrichten und besser verstehen. (Daraus erklärt sich auch, weshalb Hörschäden auf einem Ohr eine Unterhaltung auf der Party schwer machen.) Offensichtlich hilft beim gezielten Zuhören noch ein weiterer Trick der Natur.5

Jeder Mensch spricht anders und speziell die zeitliche Struktur – die Aufeinanderfolge der Laute und ihrer Frequenzveränderungen – ist individuell. Das hilft im Partygeplauder: Das Hörzentrum in der Gehirnrinde merkt sich das Sprechmuster des jeweiligen Gesprächpartners und unterdrückt beziehungsweise dämpft andersartige Signale, sozusagen die akustische Konkurrenz.


Quellen
1    arznei-telegramm 2008, 39, 5, S. 62
2    Umweltbundesamt, Presseinformation 03/2008
3    http://www.ehponline.org/docs/2007/10775/abstract.html (englisch)
4    www.gesundheitsinformation.de 19.4.2008
5    PloS ONE, Mittwoch 5. März 2008
6    Pressemitteilung der Uniklinik Köln. Prof. Bernd Böttiger, Vizepräsident
      des Europäischen Resuscitation Council (ERC)
7    SOS-Kanto, The Lancet, 2007; 369, 920-926
8    arznei-telegramm 2008; 39: 61-2


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