Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2013 / 03 S. 14b

Kurz und knapp:

(Kein) Doping?

Schmerzmittel im Sport

© Andrii IURLOV/ fotolia.com

Wir hatten bereits berichtet, dass jeder zweite Läufer im Bonn- Marathon von 2010 vor dem Rennen ein Schmerzmittel eingenommen hatte (GPSP 6/2010, S.8). Solche Medikamente sind ohne Rezept in jeder Apotheke zu haben: ASS, Diclofenac, Ibuprofen, Paracetamol u.a. Dass Sportler auch Dosierungen verwenden, die deutlich über der empfohlenen Menge liegen, hat das Forscherteam, das den Bonner Marathonlauf unter die Lupe nahm, kürzlich erneut angeprangert.3 Die Probleme lassen sich nicht wegdiskutieren: Schmerzmittel- gedopte Läufer hatten nach einem Marathonlauf viermal häufiger Beschwerden als die Teilnehmer der Kontrollgruppe. Darunter waren Magen-Darm- Beschwerden, Herzkreislaufprobleme und Blut im Urin.

Die Risiken von Schmerzmitteln im Sport sind immer noch zu wenig bekannt. Die Information darüber ist wichtig, da jeder Sportler Schmerzmittel unkontrolliert einnehmen kann. Diese Medikamente stehen nicht auf der Dopingliste für den Wettkampfsport. Erst kürzlich betonte der Mainzer Sportwissenschaftler Perikles Simon, dass auch bei Sportarten wie Fußball von einem Schmerzmittelmissbrauch auszugehen ist.4


Quellen
3 Küster M u.a. (2013) BMJ Open 3e002090
4 Deutschlandfunk 30.4.2013 www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/2092140/



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