Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2014 / 04 S. 15a

Kurz und knapp:

IGeL-Monitor: Hyaluronsäure ins Knie?

Hinter anhaltenden Knieproblemen verbirgt sich oft ein Knorpelschaden, der mit Schmerzen einhergeht und auf entzündlichen Prozessen beruht. Gegen diese Arthrose gibt es keine optimale Therapie, denn der geschädigte Knorpel lässt sich bisher nicht neu aufbauen, und Schmerzmittel sind wegen ihrer unerwünschten Wirkungen keine dauerhafte Lösung. Viele Menschen hoffen daher auf Hilfe durch Spritzen mit Hyaluronsäure, die dem Hauptbestandteil der natürlichen Gelenkflüssigkeit ähnelt. Allerdings gibt es „keine überzeugenden Belege eines Nutzens. Die Ergebnisse sind insgesamt widersprüchlich“, schrieb
GPSP (1/2008, S. 15) auf die Anfrage eines Lesers. Das bestätigt eine Bewertung durch den IGeL-Monitor4, die der Medizinische Dienst des Spitzenverbands (MDS) der gesetzlichen Krankenversicherung erstellt. Darin steht, dass sehr viele Studien zum Thema von schlechter Qualität sind und die Risiken der Behandlung vielfach einfach ausgeklammert werden. Bezogen auf das Vierteljahr nach einer Injektion steht ein geringer Nutzen einem geringen Schaden gegenüber.5

Fazit des IGeL-Monitors, der bisher 30 selbst zu zahlende IGeL-Leistungen bewertet hat: tendenziell negativ. Sie können sich daher die Ausgabe von 18 bis 42 € pro Injektion und die zusätzlichen Kosten für das jeweilige Präparat sparen.


Quellen
4    Siehe GPSP aktuelle Meldung 26.1.2012 http://gutepillen-schlechtepillen.de/pages/topics/26.1.2012-igel-monitor.php
5    www.igel-monitor.de/IGeL_A_Z.php?action=abstract&id=84 (Abruf 17.6.14)

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