Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2009 / 06 S. 08d

Kurz und knapp:

Hepatitis-B:
Kampagne für Test

Wer sich mit Hepatitis-B-Viren ansteckt, muss in der Regel keine chronische Leberentzündung und Leberschäden befürchten. Bei 9 von 10 angesteckten Menschen heilt die Infektion von selbst aus – und anschließend ist man gegen den Erreger immun.

Im übrigen ist das Ansteckungsrisiko – die Übertragungswege sind Blut und andere Körperflüssigkeiten (Sex) – in Deutschland gering, weil außer in Risikogruppen nur wenige Menschen infiziert sind. Und zuverlässige Studien haben ergeben, dass es keinen Sinn macht, Erwachsene mit geringem Infektionsrisiko vorbeugend zu impfen.3

Aus diesem Grund ist die europaweite Kampagne von Pharmafirmen, die auf die Möglichkeit von Hepatitis-B-Tests und Impfung aufmerksam macht, vor allem Panikmache (und ein Geschäft). Wer Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, gelblich verfärbte Haut oder Augen und braunen Urin hat, sollte seinen Arzt aufsuchen.

Wer zum Personenkreis derer zählt, die sich besonders leicht anstecken,4 sollte sich impfen lassen. Für Risikogruppen zahlt die Impfung die Kasse oder der Arbeitgeber.5 Ausgenommen sind aber Reiseimpfungen. Erkundigen Sie sich zur Sicherheit vorher bei ihrer Kasse. Außerdem wird die Impfung bei Jugendlichen empfohlen.


Quellen
1    Deutsches Ärzteblatt, 2009, 106; S. C1560
2    Mitteilung des Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte 22.9.2009
3    Mathew JL et al. Hepatitis B immunisation in persons not previously exposed to hepatitis B
      or with unknown exposure status. Cochrane Database of Systematic Reviews 2008, Issue 3
4    Zu Risikogruppen zählen Menschen, die beruflich in Kontakt mit Blut kommen, einem chronisch
      Hepatitiskranken nahe stehen, selbst mit HIV infiziert oder leberkrank sind, häufig Blutspenden
      erhalten, Drogen spritzen oder sich in einem Land aufhalten (wollen) in dem Hepatitis-B stark
      verbreitet ist.
5    Eine Übersicht unter: www.g-ba.de/institution/themenschwerpunkte/schutzimpfungen/uebersicht/
6    Deutsches Ärzteblatt 2009, 106; 44
7    Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entscheidet darüber, welche Kosten die gesetzlichen
      Krankenkassen für eine Behandlung erstatten.
8    Die gesetzlichen Krankenkassen erstatten unabhängig von der Art des Zahnersatzes nur einen
      pauschalen Festzuschuss.
9    www.iqwig.de/download/   
      N05-02_Abschlussbericht_Relevanz_der_Beschaffenheit_der_Gegenbezahnung.pdf
10  BAGP, Waltherstr. 16 a, 80337 München, Tel. 089-76 75 5531, Fax 089 – 7 25 04 74
11  Pressemitteilung 23.09.2009


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