Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2010 / 04 S. 08b

Kurz und knapp:

Hepatitis A:
Belastete Tomaten

Hepatitis A ist eine Leberentzündung durch Viren. Sie heilt meist spontan und folgenlos aus, kann aber auch schwer und lebensbedrohlich verlaufen. Sie wird durch verunreinigte Lebensmittel übertragen. Erste Anzeichen sind Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Bauchschmerzen. Eine Gelbfärbung von Haut und Augen (daher der Name Gelbsucht) ist bei Hepatitis A nicht zwingend. In den Niederlanden und Frankreich sind in diesem Jahr Menschen zum Teil sehr schwer an Hepatitis A erkrankt. Ursache ist offenkundig ein Virustyp, der in der Türkei vorkommt und mit gefrorenen getrockneten Tomaten nach Westeuropa gelangt ist. Derart ausgelöste Hepatitis-A-Infektionen wurden in Deutschland bisher nicht bekannt, allerdings haben getrocknete Tomaten aus der Türkei letztes Jahr auch in Australien zu größeren Problemen geführt.2 Der Leiter des Münchener Tropeninstituts Thomas Löscher empfiehlt eine Hepatitis-A-Impfung bei Reisen in die Türkei.3 Im Zweifelsfall sollte man sich auch bei Reisen in die Türkei an den alten Tropenspruch halten: Koch es, schäl es oder lass es liegen.


Quellen
1    Pressemitteilung Berufsverband der HNO-Ärzte, 29.4.2010
2    Pressemitteilung Berufsverband Deutscher Internisten 22.3.2010
3    Es sind zwei Impfungen nötig, aber schon 10 Tage nach der ersten besteht Impfschutz. Zwei Impfungen kosten ca. 120 €.
4    Bewertung von Natalizumab: atd Arzneimittel­daten­bank des arznei-telegramm (Stand: 31.5.2010)
5    DER ARZNEIMITTELBRIEF 2010; 44, S. 38
6    Mehr zu den Gefahren von Direktwerbung oder Direct to Consumer Advertising (DTCA) in GPSP 1/2008, S. 14 und 3/2007, S. 6.
7    Umweltbundesamt. Bisphenol A. Pressemitteilung vom 9.6.2010
8    www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/mysql_medien.php?anfrage=Kennummer&Suchwort=3782
9    Bisphenol A gelangt vor allem von Unternehmen, die die Substanz produzieren und verarbeiten, über Klärwerke in Flüsse und Seen.
      Rund ein Drittel der Weltproduktion stammt aus der EU (15 Staaten 2005), davon produziert Deutschland 70%.


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