Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2013 / 06 S. 15b

Kurz und knapp:

Handlungsbedarf Hohe Kaiserschnittrate

In den letzten 20 Jahren hat sich in Deutschland die Kaiserschnittrate verdoppelt: von unter 15% auf 32% im Jahr 2010. Jedes dritte Baby kommt heute per Kaiserschnitt zur Welt. Der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychiatrie und Gesellschaft (AKF e.V.) hat bereits im Juni eine „Kampagne zur Senkung der Kaiserschnittrate in Deutschland“6 gestartet. Das hat viele Gründe. Dazu gehören die großen regionalen Unterschiede: Mancherorts liegt die Kaiserschnittrate beispielsweise bei nur bei 15% der Geburten, in anderen Regionen bei 37%.7 Medizinisch erklären lässt sich das nicht. Zu bemängeln ist auch, dass in der Geburtsheilkunde der Personalschlüssel nicht reicht und aus haftungsrechtlichen Gründen eine „Defensivmedizin“ betrieben wird – nach dem Motto: Mit dem Kaiserschnitt sind wir auf der sicheren Seite. Das fördert wiederum Ängste vor der Geburt, statt Frauen mehr Vertrauen in natürliche Geburtsabläufe zu geben (GPSP 5/1012, S. 12). Dass auch viele Hebammen, Ärztinnen und Ärzte mit der hohen Kaiserschnittrate unzufrieden sind und Vorschläge zur Verbesserung der Situation haben, geht aus einer Befragung in Kliniken, Frauenarztpraxen und Geburtshäusern hervor.

Weitere Infos:
Otto P, Wagner T (2013) Handlungsbedarf Kaiserschnitt. Berlin: AKF8


Quellen
6 www.akf-kaiserschnitt-kampagne.de/cms/kaiserschnitt-kampagne
7 https://kaiserschnitt.faktencheck-gesundheit.de/fachinformation/zahlen-daten-fakten
8 www.akf-info.de/fileadmin/aktuelles/KaiserschnittBroschuereEndfassung.pdf

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