Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2011 / 05 S. 08c

Kurz und knapp:

Gummihandschuhe
Manche sind riskant

© Stefan Körber/ Fotolia

Wer in der Reinigungsbranche arbeitet oder im Haushalt seine Hände vor Putzmitteln schützen muss, tut gut daran, nicht die anschmiegsamen und billigen Einmalhandschuhe aus Naturlatex zu benutzen. Diese enthalten oft als Gummizusatz Thiuram und lassen zudem giftige Chemikalien aus Reinigungsmitteln durch.3 Sowohl Thiuram als auch Bestandteile von Desinfektionsmitteln wie Formaldehyd, Glyoxal, Glutaraldehyd und Benzalkoniumchlorid bezeichnet die Dresdener Hautärztin Andrea Bauer, die zum Thema Kontaktallergien forscht, als Hauptursachen für allergische Hautentzündungen.4 Die Chemikalien aus den Reinigungsmitteln durchdringen die dünnen Latexhandschuhe, deren Inhaltsstoff Thiuram kann Allergien auslösen. Wer mit einer Hautentzündung reagiert, sollte auf Handschuhe aus Nitril oder PVC („Vinylhandschuhe“) ausweichen. Grundsätzlich schützen dickere Mehrfachhandschuhe besser vor Reinigungschemikalien. Und damit die Haut nicht durch Schwitzen gereizt wird und Entzündungen gefördert werden, sollten Schutzhandschuhe mit Baumwolle ausgekleidet sein. Besonders empfindliche Menschen können waschbare Baumwollhandschuhe unter die Schutzhandschuhe ziehen. Die Haut regelmäßig einzucremen, ist ebenfalls wichtig.


Quellen
1 Bundesinstitut für Risikobewertung BfR (2011) Enthaarungscreme nicht großfl ächig auft ragen. Presseinformation 18.7.2011 (Nr. 22/2011)
2 Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin und Ärztliche Psychotherapie (2011) DGPM rät zur Vorsicht im Internet: Psychische Probleme nicht öff entlich diskutieren. Pressemitteilung 21.7.2011
3 Liskowsky Jetal. (2011) Contact Dermatitis; 65 (3), S. 159-166
4 Carl Gustav Carus Universität Dresden (2011) Pressemitteilung 18. 8. 2011
5 Kabrhel Cetal. (2011) BMJ; 343 S. d3867
6 Vor talkumhaltigem Babypuder hatte deshalb auch das BfR gewarnt. BfR (2011) Presseinformation 20/2011 vom 27.6.2011
7 www.kinderaerzte-im-netz.de
8 Autier Petal. (2011) BMJ; 343, S. d4411
9 BfR (2011) Feuchthaltemittel im Wasserpfeifentabak erhöhen das gesundheitliche Risiko. Pressemitteilung 3.8.2011 (Nr. 27/2011)



Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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