Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2007 / 05 S. 06a

Kurz und knapp:

Geschmacks"blind" durch Markennamen

Wenn Nahrungsmittel per Werbefernsehen hochgelobt werden, macht das schon 3- bis 5-Jährige an. Sie merken sich beispielsweise das Logo der Marke und wählen später dementsprechend. Das liegt unter anderem daran, dass sie vielbeworbene Produkte (fälschlicherweise) als schmackhafter bewerten als „no names“.

Vor allem Kinder, die zu Hause viel fernsehen und häufig beim getesteten Fast Food Anbieter (McDonald’s) essen, sind für solche Einschätzungen anfällig.1 In einem Test mit Kleinkindern standen Hamburger, frittierte Hühnchenteile, Pommes, fettarme Milch und Babymöhren in jeweils identischer Zubereitung zur Auswahl. Sie waren einmal neutral verpackt und einmal mit dem Logo von McDonald’s verziert.

Und was meinten die Kinder: Besser und wohlschmeckender seien die Produkte der Kette, die in den USA für Werbung jährlich eine Milliarde US$ ausgibt. Das galt für vier der fünf getesteten Lebensmittel – selbst für die Möhren, die es bei dem Fast Food Anbieter gar nicht gibt.


Quellen
1    Archives of Pediatrics & Adolescent Medicine, 2007, 161, 792-797
2    Internistische Praxis, 2007, 47, Nr. 3, 671-672
3    British Medical Journal 2007, 334, 1305-1313
4    Bundesinstitut für Risikobewertung, Pressetext 2.7.2007, Chrom (VI) in Lederbekleidung
      und Schuhen zu problematisch für Allergiker!
5    Konsensuspapier. Stellungnahme der Ernährungs­kommission der Deutschen Gesellschaft für
      Kinder- und Jugendmedizin und der Ernährungskommission der Schweizerischen Gesellschaft für
      Pädiatrie; Pediatrica 17, 5, 2006, S. 16.
6    Frau Prof. Sabine Kulling, www.tagesspiegel.de Stichwort: Kulling 2.8.2007



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