Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2014 / 01 S. 14a

Kurz und knapp:

Gerinnungshemmer

Bei Magen- und Darmspiegelungen

Viele Menschen nehmen regelmäßig Arzneimittel ein, die ihre Blutgerinnung hemmen sollen. Dazu gehören etwa Personen mit Herzrhythmusstörungen oder mit neuen Herzklappen. Die Tabletten sollen gefährliche Blutgerinnsel verhindern, die eine Arterie verstopfen und zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen können. Manchmal ist eine verzögerte Blutgerinnung jedoch ungünstig, etwa wenn eine Magen- oder Darmspiegelung (Endoskopie) bevorsteht. Dabei kann es dann eher zu einer größeren Blutung kommen, wenn eventuell Gewebe entnommen oder ein Polyp entfernt wird. Darum muss vor einer Endoskopie überlegt werden, ob der Gerinnungshemmer kurzfristig abgesetzt werden kann.

Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung (orale Antikoagulantien) enthalten meist den gut untersuchten älteren Wirkstoff Phenprocoumon (Marcumar® u.a.). Gegenüber neueren, derzeit stark beworbenen und vielfältig gepushten1 Wirkstoffen, hat Phenprocoumon zwei Vorteile: Es gibt eine zuverlässige Messmethode, um festzustellen, wie stark die Blutgerinnung herabgesetzt ist, so dass der Arzt oder die Ärztin über den günstigsten Zeitpunkt für die Endoskopie entscheiden kann. Außerdem steht, wenn es tatsächlich zu einer Blutung kommt, ein „Gegenmittel“ (Antidot) zur Verfügung, das die Blutgerinnung rasch verstärkt. Mehr dazu in GPSP 6/2013, S. 4.


Quelle
1 Wie in dieser Pressemitteilung, die einen Vorteil der neuen Wirkstoffe nur behauptet: www.dgvs.de/fileadmin/user_upload/presse/PM_2013_02_Endoskopie_und_Antikoagulanzien.pdf

Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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