Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2008 / 03 S. 06b

Kurz und knapp:

Essen gegen Brustkrebs?

In vielen Köpfen steckt die Vermutung, man könne durch eine spezielle Ernährung etwas gegen den Brustkrebs tun – folglich nicht daran erkranken. Immer wieder wird in diesem Zusammenhang mit dem Finger auf Molkereiprodukte wie Milch, Butter, Käse und Jogurt gezeigt, die durch ihren Gehalt an Fett, Hormonen und Pestiziden aus der Landwirtschaft angeblich das Brustkrebsrisiko erhöhen. Das ist jedoch  nicht nachgewiesen. Ein Verzicht auf Milchprodukte könnte aber für Knochen und Zähne durch eine zu geringe Calciumzufuhr schädlich sein.4

Bisher weist alles darauf hin, dass das Brustkrebsrisiko durch eine besondere Kost nicht zu verringern ist. Und das ist für Frauen auch entlastend: Denn erstens schüren unbewiesene Diätvorschriften, die ein Mittel gegen Krebs sein sollen, Ängste, sich falsch zu ernähren. Außerdem machen Frauen mit Brustkrebs sich leicht Vorwürfe wegen einer angeblich falschen Ernährung bzw. einer unzureichenden Ernährungsumstellung.

Wichtige Risiken liegen ganz woanders: z.B. in den Genen oder der Einnahme von Hormonen. Schützend wirken sich demgegenüber Mutterschaft und Stillen aus.


Quellen
1    arznei-telegramm 2008, 39, 5, S. 62
2    Umweltbundesamt, Presseinformation 03/2008
3    http://www.ehponline.org/docs/2007/10775/abstract.html (englisch)
4    www.gesundheitsinformation.de 19.4.2008
5    PloS ONE, Mittwoch 5. März 2008
6    Pressemitteilung der Uniklinik Köln. Prof. Bernd Böttiger, Vizepräsident
      des Europäischen Resuscitation Council (ERC)
7    SOS-Kanto, The Lancet, 2007; 369, 920-926
8    arznei-telegramm 2008; 39: 61-2


Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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