Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2015 / 06 S. 14c

Kurz und knapp:

Blutdruckmittel: Durchfall möglich

Dies ist ein Beispiel dafür, dass unerwünschte Wirkungen manchmal erst im Verlauf von Jahren auffallen. Denn das Bluthochdruckmittel Olmesartan ist bereits seit 10 Jahren am Markt, aber erst jetzt ist klar, dass es zu chronischem Durchfall und starkem Gewichtsverlust führen kann.3 Einen ersten Verdacht gab es vor zwei Jahren.4

Wie bei der Darmerkrankung Zöliakie (= einheimische Sprue) werden die Darmzotten geschädigt (Enteropathie). Zwar können sie sich regenerieren, wenn der Wirkstoff abgesetzt wird, aber die Patientinnen und Patienten haben bis dahin oft eine umfangreiche belastende Diagnostik und erfolglose Therapieversuche durchlitten.

Die französische Arzneimittelbehörde ANSM hat bisher 320 Berichte zur so genannten Olmesartan-Enteropathie erfasst. Während im Nachbarland auch Kombinationspräparate mit Olmesartan in die Statistik ein-gingen, sind es beim deutschen Bundesinstitut für Arzneimittel (BfArM) nur Monopräparate mit Olmesartan. Das Amt nennt 24 Verdachtsberichte. Olmesartan hat keine erkennbaren Vorteile gegenüber vergleichbaren Bluthochdruckmitteln, aber ein erkennbares Enteropathie-Risiko. Dieses ist bei anderen Sartanen, mit denen hoher Blutdruck behandelt werden kann, bisher nicht aufgefallen.

3 arznei-telegramm® (2015) 46, S. 77
4 AkdÄ (2013) Deutsches Ärzteblatt; 110, S. A1643

Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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