Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2015 / 03 S. 14d

Kurz und knapp: Blutdruck:

Hohes Alter bedenken!

Vielen älteren Erwachsenen werden Mittel gegen hohen Blutdruck verordnet, etwa um einen Schlaganfall zu verhindern. Es ist aber eine schwierige Frage, wann ein Blutdruck zu hoch ist – und also eine medikamentöse Therapie ratsam ist. Denn die Entscheidung hängt von individuellen Faktoren ab. Vor allem für sehr alte Menschen mit mehreren Erkrankungen könnte es schädlich sein, sie mit verschiedenen Blutdruckmitteln auf einen sys­tolischen Wert einzustellen (≤ 130 mmHg), der für Jüngere als ideal gilt. Das geht aus einer Beobachtungsstudie mit mehr als 1.100 gebrechlichen Menschen in Pflegeheimen hervor.4 Von den über 80-Jährigen, die täglich zwei oder mehr Blutdruckmittel einnahmen und damit einen „idealen“ Blutdruck (≤ 130 mm Hg) erreichten, starben mehr als von den Hochbetagten, die einen nach Behandlungsleitlinien „zu hohen“ Blutdruck hatten und weniger Mittel einnahmen.

Die firmenunabhängige Studie legt nahe, dass es Hochbetagten nicht unbedingt nützt, mehr Bluthochdruckmittel einzunehmen. Und sie macht deutlich, dass bei Empfehlungen für die Therapie des hohen Blutdrucks der Faktor sehr hohes Alter stärker berücksichtigt werden muss.


Quelle
4    DER ARZNEIMITTELBRIEF (2015) 49, S. 20

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