Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2011 / 06 S. 08d

Kurz und knapp:

Blei im Wildgulasch
Vorsicht geboten


© Elke Brüser

Um Reh, Hirsch, Wildschwein oder Hasen zu erlegen, benutzen Jäger meist Bleimunition. Nun hat das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) davor gewarnt, zu häufig Wild zu essen – vor allem nicht wöchentlich, wie das im Winter nicht nur in Jägerhaushalten vorkommt.5 Denn Blei reichert sich mit der Zeit im Körper an und kann die Blutbildung, innere Organe und das Nervensystem schädigen. Besonders empfindlich sind kleine Kinder und das Ungeborene, weshalb Frauen mit Kinderwunsch und in der Schwangerschaft auf Wildgerichte lieber ganz verzichten sollten. Der Grund: Bei der Jagd mit Bleischrot und bleihaltigen Jagdgeschossen dringen beim Aufprall Bleipartikel und feinste Bleisplitter tief in das Fleisch ein. Dort sind sie kaum zu erkennen und werden folglich mit verzehrt. Außerdem nehmen wir bereits mit Meeresfrüchten, Gewürzen und über Innereien von Schlachtvieh, aber auch mit Getreide, Obst und Gemüse Blei auf. Ein bis zwei Wildgerichte pro Jahr hält das BfR für akzeptabel. Neuerdings unterstützt es Forschungen, die nach unproblematischer Munition – für Wildgerichte – sucht.



Quellen
1 arznei-telegramm (2011) 42, S. 80
2 www.dzkfblog.de/2011/10/09/auch-chirurgen-brauchen-pausen/ Engelmann C et al. (2011) Surgical Endoscopy; 25, S. 1245-1250
3 e a-t 8/2011a vom 19. Aug. 2011
4 DER ARZNEIMITTELBRIEF (2011), 45, S. 70; e a-t 10/2011 vom 14. Okt. 2011
5 www.bfr.bund.de/de/presseinformation/2011/32/bleihaltige_munitionsreste_in_geschossenem_wild_ koennen_fuer_bestimmte_verbrauchergruppen_ein_zusaetzliches_gesundheitsrisiko_sein-127254.html
6 DER ARZNEIMITTELBRIEF (2011) 6. S. 46
7 arznei-telegramm (2010) 41, S. 1-3; GPSP 1/2010, S. 12-13
8 GPSP 6/2008 S. 11 und 3/2009 S. 3
9 Pharma-Brief (2011) Wen schützt die EMA? Nr. 6, S. 4


Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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