Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2008 / 05 S. 08a

Kurz und knapp:

Ayurveda-Produkte:
Giftige Inhaltsstoffe

Wer Ayurveda-Produkte kauft, erwartet von der traditionellen indischen Medizin gut verträgliche Therapeutika. Nun zeigt eine Studie aus den USA, dass insbesondere Präparate aus der „rasa shastra“-Gruppe häufig mit Schwermetallen belastet sind.1

Vor allem der Quecksilbergehalt ist vielfach zu hoch. „Rasa shastra“ verwendet bei der Herstellung traditionell Metall- und Mineralpräparate (Rasa bedeutet Quecksilber).

Der Verband europäischer Ayurveda-Mediziner und Therapeuten versichert, der Metallgehalt würde im Verarbeitungsprozess auf unbedenkliche Werte gesenkt.2 Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Außer Quecksilber sind Blei und Arsen ein Problem. Zum Teil gefährliche Schwermetallkonzentrationen wurden in jedem fünften der 193 untersuchten Präparate aus indischer und US-amerikanischer Herstellung entdeckt.

Belastet waren 40% der Rasa shastra-Produkte, bei den rein pflanzlichen Präparaten waren es 17%. Da es sich bei allen Präparaten um Nahrungsergänzungsmittel handelt, entgehen sie der relativ strengen Arzneimittelüberwachung – nicht nur in den USA, auch bei uns (siehe GPSP 6/2006, S.6).


Quellen
1    R.B.Saper u.a., JAMA 2008, 300,  S. 915-923
2    www.ayurveda-verband.eu/uploads/tx_formulare/metalle_ayurveda.pdf
3    Siehe Interview in diesem Heft, S. 12
4    arznei-telegramm 2008, Bd. 39, Nr. 7, S. 80
5    Bundesinstitut für Risikobewertung, Pressedienst
      vom 5.5.2008 und angehängte Stellungnahmen (Nr. 17 und Nr. 18 von 2008)
6    Empfohlen werden: Obst, Gemüse, Salat, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte täglich.
      Wenig fette Wurst und Käse, wenig Schokolade, Kuchen, Kartoffelchips und Kochsalz.
      Lieber fettarme Milchprodukte kaufen und mit Öl statt Butter kochen. Beim Wein sind
      die trockenen Sorten günstiger, Alkohol nur in Maßen trinken.
7    Deutsches Ärzteblatt 2008, 105, Heft 24, S. C1118
8    www.fass.se/LIF/miljo/miljoinfo.jsp
9    M.B. Schwartz u.a, Journal of the American Dietetic Association 2008, Bd. 1008, Nr. 4, S. 702-705.
10  Mit fast 60.000 Neuerkrankungen jährlich ist Prostatakrebs die häufigste Krebsart bei Männern.
      Zum Glück wächst der Tumor oft sehr langsam und muss nicht immer entfernt werden.


Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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