Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2012 / 03 S. 08c

Kurz und knapp:

Arzneimittel Wer ist der Hersteller?

Das pharmazeutische Unternehmen, unter dessen Namen ein Arzneimittel verkauft wird, muss nicht der Hersteller sein. Firmen wie Bayer, Hexal, Roche und Stada können ihre Präparate „auswärts“ produzieren lassen – sofern bestimmte Vorschriften eingehalten werden.4 Die Synthese des Wirkstoffs, aber auch Herstellungsschritte wie Verarbeiten, Abfüllen und Abpacken können ausgelagert sein.

Davon erfahren weder Ärzte noch Patienten etwas, außer wenn auch die Endfreigabe eines Präparats dem beauftragten Hersteller überlassen wurde. Nur dann können Sie in der Produktinformation – also dem Beipackzettel – lesen, wer Ihr Medikament hergestellt hat. Denn darin wird nicht nur der Anbieter, also das namengebende Unternehmen genannt, sondern auch der Betrieb, der die Endfreigabe durchgeführt hat. Das heißt im Umkehrschluss: Wenn Bayer und Co. selbst die Endabnahme durchführen, erfahren Sie nicht einmal, in welchem Land oder auf welchem Kontinent das Präparat entstanden ist. Und Sie finden auch nicht heraus, ob ein teures Originalpräparat und ein kostengünstiges Generikum gleicher Zusammensetzung im selben Betrieb vom Band liefen und sich nur durch den Ort der Endabnahme unterscheiden.


Quellen
1 Siehe auch Dokumentation auf ARTE „Die Pille und ich“ 24. April 2012
2 arznei-telegramm (2012) 43, S. 28
3 Informationsblatt vom Julius-Kühn-Institut: Eichenprozessionsspinner (Mai 2011) www.jki.bund.de/fileadmin/dam_uploads/_veroeff/faltblaetter/Eichenprozessionsspinner.pdf
4 Arzneiverordnung in der Praxis (2012) 39, S. 22
5 www.kbv.de/publikationen/40769.html
6 Robert-Koch-Institut (2012) Yersiniose – Risikofaktoren in Deutschland. Epidemiologisches Bulletin Nr. 6, S. 47 http://edoc.rki.de/docviews/abstract.php?lang=ger&id=1837
7 Bundesinstitut für Risikobewertung (2012) BfR-Presseinformation Nr. 11 www.bfr.bund.
de/de/presseinformation/2012/11/hackepeter_ und_rohes_mett_sind_nichts_fuer_kleine_ kinder_-129122.html



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