Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2015 / 03 S. 14a

Kurz und knapp: Aprikosenkerne:

Risiko bestätigt

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Vor Amygdalin, das natürlicherweise in Aprikosenkernen, bitteren Mandeln1 und anderen Steinfrüchten vorkommt, und vor chemischen Abkömmlingen wie Laetrile warnten wir bereits. (GPSP 2/2015, S. 17) Diese Substanzen tauchen auch als Nahrungsergänzungsmittel und im Rahmen dubioser Krebstherapien auf. Nun rät das Bundes­institut für Risikobewertung (BfR) explizit von bitteren Aprikosenkernen ab, die man im Internet für den direkten Verzehr kaufen kann. Weil unser Körper aus Amygdalin Blausäure entstehen lässt, seien zwei Kerne pro Tag das obere Limit, und für Kinder sollten sie tabu sein.2 Was GPSP zum angeblichen Nutzen bereits schrieb, unterstreicht das BfR mit den Worten: „Wissenschaftlich belegte Heilwirkungen liegen … nicht vor. Vielmehr kann es … zu schweren Vergiftungen kommen, die bei größeren Mengen tödlich verlaufen können.“ Weil bittere Aprikosenkerne in größeren Packungen verkauft werden, empfiehlt das BfR jetzt eine Verpflichtung zu kleinen Packungsgrößen sowie zu Hinweisen auf Gesundheits­risiken und Angaben zur maximalen Verzehrmenge.


Quellen
1     Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit weist darauf hin, dass Persipan ebenfalls Amygdalin enthält. Es wird aus süßen und bitteren Aprikosenkernen gewonnen und ersetzt vielfach das teurere Marzipan, das aus süßen Mandeln hergestellt wird. Auch süße Mandeln enthalten etwas Amygdalin. Den beim Backen beliebten Bittermandelgeschmack kann man auch durch Bittermandelaroma erzielen. www.laves.niedersachsen.de/portal/live.php?navigation_id=20051&article_id=73476&_psmand=23
2    BfR (2015) Aktualisierte Stellungnahme Nr. 009/2015 vom 7. April


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