Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2015 / 01 S. 15b

Kurz und knapp:

Antidepressiva: Spermien schlechter?

Antidepressiva vom SSRI-Typ (SSRI = Selektive Serotonin­wiederaufnahme-Hemmer) haben negative Auswirkungen auf die Sexualität (GPSP 2009/4, S. 6). Wirkstoffe wie Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Paroxetin und Sertralin können Libido, Erektionsvermögen, Orgasmusfähigkeit und Ejakulation beeinträchtigen.5 Außerdem weisen Tierversuche und einzelne Berichte darauf hin, dass SSRI-Antidepressiva die Spermienqualität beeinträchtigen können. Eine Studie mit Sertralin hat das nun bestätigt: Bei Männern, die drei Monate lang täglich 50 mg Sertralin eingenommen hatten, waren weniger Spermien im Ejakulat, und der Anteil normal geformter Samenzellen war vermindert. Erhöht war hingegen der Anteil von Samenzellen mit beschädigter Erbsubstanz (DNA-Fragmentation) – kein gutes Zeichen. In der Vergleichsgruppe mit Verhaltenstherapie wurden keine derartigen Veränderungen festgestellt. Da die schlechtere Spermienqualität die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen kann, sollte der unerwünschte Effekt unbedingt in die Produktinformationen und auch in Beipackzetteln stehen.


Quelle
5 arznei-telegramm® (2014) 45, Nr. 10, S.100

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