Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2015 / 05 S. 14a

Kurz und knapp:

Allergiker: Notfallbehandlung üben

© Gorilla – Fotolia.com
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Allergikern, denen etwa nach einem Insektenstich oder durch bestimmte Nahrungsmittel ein allergischer Schock droht, tragen ein Injektionsgerät bei sich, das sie im Notfall sofort einsetzen können. Das stiftförmige Gerät (Autoinjektor; Injektionspen, kurz Pen) wird zum Beispiel nach einem Wespenstich vom Allergiker selbst am Oberschenkel aufgesetzt und dann durch Druck eine Adrenalininjektion ausgelöst, die – als erste von mehreren Maßnahmen – einen Kreislaufzusammenbruch (anaphylaktischer Schock) verhindern kann. Soweit die Theorie. In der Praxis wenden Allergiker und auch Eltern allergischer Kinder diese Pens oft nicht optimal an, berichtet die Europäische Arzneimittelagentur (EMA).1,2 Dadurch wird das Adrenalin unter Umständen nicht tief genug in den Muskel, sondern nur unter die Haut gespritzt und wirkt weniger effizient oder zeitlich verzögert. Die EMA fordert daher, dass Allergiker und Angehörige besser geschult werden. Dafür sollen die Anbieter von Autoinjektoren unter anderem Videos und Checklisten zur Verfügung stellen, damit Ärzte besser verständlich machen können, worauf es ankommt – etwa dass der Pen gerade und nicht schräg aufgesetzt werden muss und mit genügend Kraft betätigt wird. Außerdem sollen Übungsinjektoren ohne Wirkstoff und Injektionsnadel zur Verfügung stehen. Diese bieten manche Hersteller bereits an, die Frage ist nur, ob in Arztpraxen damit auch geübt wird!

Schließlich spricht sich die EMA dafür aus, dass jeder Betroffene zwei Pens mit sich führt. Das wirft allerdings auch die Kostenfrage auf, denn diese Geräte sind überteuert und je nach Produkt nur eineinhalb bis knapp zweieinhalb Jahre haltbar.

1 EMA (2015) Better training tools recommended to support patients using adrenaline auto-injectors. EMA/411622/2015
2 arznei-telegramm® (2015) 46, S. 67

Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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