Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2013 / 04 S. 03

Liebe Leserin, lieber Leser,

Dietrich-von-Herrath
© R. Brinkmann

persönliche Entscheidungen treffen wir meistens nach eigenen Interessen und Möglichkeiten, häufig haben wir die Qual der Wahl. Völlig anders ist die Situation, wenn die Entscheidung fachkundiger Information und Hilfe bedarf und deshalb gemeinsam mit anderen zu treffen ist. So ist das zum Beispiel  im Verhältnis Patient und Arzt. Hier darf es primär nur um das Wohl des Patienten gehen. Alle anderen Interessen müssen dahinter zurückstehen oder – im Idealfall – ausgeschaltet sein. Beeinflussen nämlich primär fremde Interessen (sogar die Vergütung des Arztes oder der Ärztin!) medizinische Entscheidungen, besteht die Gefahr, dass Kranke nicht die angemessene

Diagnostik oder Therapie erhalten. Deshalb die Forderung, Interessenkonflikte offenzulegen. Dies ist der erste Schritt, um wissenschaftliche Ergebnisse und therapeutische Empfehlungen auch unter dem Aspekt möglicher Einflussnahme beurteilen zu können.Das Thema Unabhängigkeit von fremden Interessen zieht sich als roter Faden in ganz unter-schiedlichen Artikeln durch diese Ausgabe: Wer legt fest, was als psychisch krank definiert wird (S. 6)? Warum können Hersteller Arzneimittelstudien verheimlichen, wenn die Ergebnisse für ihre Präparate ungünstig ausfallen (S. 22)? Wieso kann Ginkgo gegen Tinnitus angepriesen werden, wenn Fachleute meinen, dass es gar keine wirksamen Medikamente gegen Ohrgeräusche gibt (S. 26)? Eine extreme Form fremder Interessen sind die kriminellen Aktivitäten der Panscher (S. 27). Eine aufschlussreiche Lektüre aus unabhängiger Sicht wünscht Ihnen

Ihr Dr. Dietrich von Herrath


Der Stand der Informationen entspricht dem Erscheinungsdatum des Hefts.

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