Gute Pillen – Schlechte Pillen: 2008 / 03 S. 14b

Buchtipp:

Pillen, Pulver, Powerstoffe

Schön, jung, gesund. Mit solchen Versprechungen werden viele Nahrungsergänzungsmittel beworben. „Unsere Altvorderen bauten auf Ziegenkot und Einhornpulver gegen Zahnwurm oder Hexenwerk. … Dem Hokuspokus von heute hängt man mit allerlei biochemischen Phrasen ein pseudowissenschaftliches Mäntelchen um.“ Autor dieser Worte ist Udo Pollmer, der sich selbst als „Deutschlands streitbarster Ernährungsspezialist“ bezeichnet. Sein bekannt flapsiger Stil provoziert, seine Bewertungen wirken vielleicht auf den ersten Blick wie schnell hingeschriebene Pauschalurteile.

Das Gegenteil ist der Fall. Gut recherchiert, mit Quellenangaben versehen, führt Pollmer durch den angeblichen Zaubergarten: von Algen, Energydrinks und Folsäure über Noni-Saft bis hin zu Schwedenkräutern. Wie sehr sich die Methoden der Quacksalber von früher und heute gleichen, verdeutlichen zwei Kapitel: eines über die Geschichte des einst beliebten Mumienpulvers, ein anderes über das Projekt zweier Journalisten, die in kürzester Zeit die „Erfolgsgeschichte“ eines Schönheitsmittels zusammenbastelten – einschließlich gekaufter ärztlicher Gutachten und 30minütigem Dokumentarfilm. Wer sich auf dieses Buch einlässt – was wir sehr empfehlen – wird von so manchem Mythos Abschied nehmen.

Udo Pollmer, Susanne Warmuth:
Pulver, Pillen, Powerstoffe.
Die falschen Versprechen der Nahrungsergänzungsmittel.
Eichborn (2008),
206 Seiten, € 19,95


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