Ausgabe Nr. 6 Nov./Dez. 2016

Editorial: Dr. Elke Brüser
Unser Titelbild kommt diesmal ziemlich blutig daher. Kein Zufall. Denn das große Thema ist die Malaria, bei der der Stachel weiblicher Moskitos, die eigentlichen Malariaerreger und rote Blutkörperchen die Hauptrolle spielen. Wie man sich auf Reisen vor Malaria schützen kann, lässt sich definitiv nicht in zwei Sätzen beantworten (S. 23).
Zu hoch, normal, zu niedrig
Ohne Labortests geht es oft nicht: Sie helfen Ärzten und Ärztinnen bei der Diagnose und Behandlung. Regelmäßig wird man als Patient mit Laborbefunden konfrontiert und erfährt, dass ein Wert zu hoch oder zu niedrig ist. Doch was steckt hinter diesen Befunden?
Intime Probleme
Juckreiz, Brennen, Scheidentrockenheit oder Schmerzen beim Sex: Das können Folgen sein, wenn sich in den Wechseljahren das Scheidengewebe verändert. Gegen die Beschwerden sind verschiedene Präparate im Angebot. Ein Hersteller vermarktet sein neues Arzneimittel als hormonfreie Therapie. Was ist da dran?
Gute alte Pillen: Cortison – Arzneistoff mit vielen Gesichtern
Bei nur wenigen anderen Arzneimitteln ist der Nutzen so eindeutig: Cortison kann Leben retten und lässt Entzündungen verschwinden. Wie jedes andere Arzneimittel hat Cortison aber auch Nebenwirkungen. Manchmal sogar starke. Deshalb erfordert die Behandlung besondere Sorgfalt.
Behandlungsfehler
Keiner wünscht sich das: Die Behandlung geht schief, und Sie sind hinterher eher kränker als vorher. Aber auch Ärzten passieren Fehler. Einige Tipps, was Sie im Fall des Falles tun können.
Kurz und knapp: Vorsicht - Wildwechsel
Man macht es sich vielleicht nicht so klar: Wenn im Spätherbst die Uhren wieder verstellt werden, profitieren viele Menschen davon, dass sie sich morgens bei Helligkeit auf den Weg zu Ausbildung oder Job begeben. Aber gerade die Berufspendler sind nun häufiger mit dem Auto in der Abenddämmerung unterwegs. Und gerade dann machen sich viele Rehe, Hirsche und Wildschweine auf den Weg – und queren die Straße.
Kurz und knapp: Kopfschmerz - durch Schmerztabletten
Kopfschmerzen sind oft unerträglich und man ist versucht, rasch zur Tablette zu greifen. Wenn das zu häufig geschieht, können genau daraus Kopfschmerzen entstehen. Die sind dann am ehesten durch einen abrupten Entzug des Schmerzmittels zu behandeln. Das gilt für alle Wirkstoffe, die mit und ohne Rezept genommen werden – mit Ausnahme der Opioide, bei denen ein langsames Ausschleichen nötig ist.1
Kurz und knapp: Gesünder mit Pokémon Go?
Wer mehr Gesundheit verspricht, kann damit prima Geld verdienen. Und nun kommt „Pokémon Go“ und die frohe Botschaft: Draußen rumlaufen ist ja so gesund. Endlich sind Kids und Teenies von PC und Glotze weg. Man kann angeblich sogar Krankheiten vermeiden.
Kurz und knapp: Medikamente gegen seltene Krankheiten
Wenn im Schnitt höchstens 5 von 10.000 Menschen von einer Krankheit betroffen sind, spricht man von einer „seltenen Erkrankung“ (engl. orphan disease, weil solche Krankheiten „Waisenkinder“ der medizinischen Forschung sind). Da es für diese oft keine speziellen Arzneimittel gibt und deren Entwicklung für Pharmafirmen weniger profitabel ist, hat der Gesetzgeber entschieden, die Firmen zu locken:
Buchtipp: Unglück auf Rezept
Als in einer Reportage1 des Fernsehsenders ARD im Jahr 2013 Arzneimittel gegen Depression als „gefährliche Glückspillen“ bezeichnet wurden, verursachte das einen Aufschrei in psychiatrischen Fachkreisen. Die zuständige Fachgesellschaft DGPPN2 verfasste sogar eine Pressemeldung, in der sie behauptete, dass Antidepressiva das Suizidrisiko vermindern.
Glosse: Aus alt mach jung
Man stelle sich das mal vor: Da wird ein junger Spund chirurgisch gekonnt an einen flotten Senior genäht, der das Altern fürchtet. Zum Zwecke der Verjüngung. Über einen Hautlappen werden die beiden liiert und marschieren dann gemeinsam durch die Welt, bis sich zeigt, dass die Zellen des Seniors ein wenig aufgefrischt sind. Eine Horrorgeschichte?
Nachgefragt: Gut informiert sein
Muss ich mich als Patient blind darauf verlassen, was meine Ärztin oder mein Arzt empfiehlt? Und kann ich dem glauben, was ich in Zeitschriften und Internet zu meiner Erkrankung finde? Wir haben Corinna Schaefer vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin gefragt, wie Patientenleitlinien entstehen und warum sie im Gespräch mit Ärzten nützlich sind.
Kein Brief mit sieben Siegeln
Arztberichte werden in medizinischer Fachsprache formuliert. Nur so können Ärzte und Ärztinnen präzise den Gesundheitszustand ihrer Patienten und Patientinnen dokumentieren und sich austauschen. Laien beunruhigt oft der für sie schwer verständliche Text, besonders dann, wenn es bis zum nächsten Besprechungstermin beim Arzt noch dauert. Was tun bis dahin? Wie lässt sich ein Befund entschlüsseln?
Leserbrief: Flohsamen bei Verstopfung?
Wegen Darmverschlüssen muss ich sehr akribisch auf meine Verdauung achten. Ich bekam empfohlen, täglich vor dem Essen indische Flohsamenschalen zu nehmen. Das Ergebnis war vorzüglich. Was halten Sie davon? E.H.
Leserbrief: Melasse – das schwarze Wunder?
Liegen Ihnen Kenntnisse vor über das Nahrungsergänzungsmittel „Zuckerrohr-Melasse“ und dem Büchlein dazu „Das schwarze Wunder“ von Cyril Scott? J.H.
Malaria im Gepäck
Europa ist malariafrei, erklärte jüngst die Weltgesundheitsorganisation.1 Das stimmt nicht so ganz, denn jedes Jahr bringen etwa 500 bis 1.000 Reisende eine Malariaerkrankung aus den Tropen nach Deutschland. Bis zu sechs von ihnen sterben daran.
Gepanschtes: Besser verzichten
Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA macht auf einen „wachsenden Trend“ aufmerksam: Immer häufiger sind Nahrungsergänzungsmittel mit Arzneistoffen und Chemikalien gepanscht – deklariert werden solche „Beigaben“ natürlich nicht.
Werbung Aufgepasst! Malen mit Medikamenten
Mit einem Malbuch für Kinder wirbt das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim für sein neues Abführmittel „Dulcolax® NP Kinder“.1 Die Geschichte darin: Der kleine Max hat einen Blähbauch und Bauchkrämpfe. Der geplante Zoobesuch droht zu scheitern.